GASTBEITRAG: Wie das Bild des beschädigten Triumphbogens Londoner Banker abschreckt

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Arch de triomphe

Seit dem Brexitreferendum und den quälenden Verhandlungen der britischen Regierung erschallen die Siegesrufe der künftigen Vorherrschaft des Finanzplatzes Paris. Kein Tag vergeht, ohne dass die Vermarktungsagentur des Finanzplatzes Paris einen Lobgesang über die französische Hauptstadt auf Linkedin mit 500 und mehr Likes anstimmt. Doch jetzt hat die Gelbwestenbewegung für einen dringend erforderlichen Realitätsschock gesorgt. Offen gesagt ist die Utopie einer Vorherrschaft des Finanzplatzes Paris lächerlich.

Fassungslos müssen die Londoner Banker die Verhältnisse in der Stadt erkennen, die sich anschickt, die Finanzmonster zu empfangen, die derzeit die Londoner City, Canary Wharf und Mayfair bevölkern. Das Bild vom beschädigten Triumphbogen hat in den Londoner Büros die Runde gemacht. Nicht zu sprechen von den brennenden Autos und den zerstörten Fassaden. Neben den Schäden schockieren vor allem die Adressen, die in den Medien genannt werden.

Der Champs Élysées, die Avenue Kléber, der Trocadéro, die Place Vendôme… Es handelt sich genau um diejenigen Viertel, in denen sich die Londoner Finanzdienstleister ansiedeln wollen.

Doch welches Unternehmen will sich schon nach einem solchen Gemetzel dort niederlassen? Ausländischen Unternehmen fällt es schon schwer genug, sich durch das Geflecht der französischen Bürokratie hindurch zu manövrieren. Wer will da noch das Risiko eines Bürgerkriegs auf sich nehmen?

Man muss einfach verstehen: Das wichtigste Fundament für den Bau eines Finanzplatzes stellt die politische Stabilität dar. Zwar hat der Brexit die Stabilität Londons erschüttert, aber Paris schneidet mit seinem Ausnahmezustand noch schlechter ab.

Obgleich die britische Premierministerin Theresa May sehr unpopulär ist, hat sie zumindest London nicht in Brand gesetzt. Während in Paris die Autos brennen, ist London immer noch der weltgrößte Finanzplatz und Paris die Nummer 24.

Paul Deschamps ist ein französischer Trader, der in der Londoner City arbeitet.

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