Sollten Sie künftig Marcus Schenck fragen, wenn Sie einen Job bei Perella Weinberg wollen?

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Marcus-Schenck

Spitzenbanker sind wie U-Boote: Gelegentlich tauchen sie ab, um plötzlich irgendwo anders wieder aufzutauchen. So hat der ehemalige Chef des Deutsche Bank-Investmentbankings Marcus Schenck den Konzern im Frühling im Streit um die Strategie verlassen; im Februar fängt der 53jähriger bei Perella Weinberg an.

„Ich will etwas machen, bei dem Wachstum eine Rolle spielt, Inhalte zentral sind und ich unternehmerisch etwas gestalten kann“, sagte Schenck dem Handelsblatt.

„Marcus wird uns nicht nur als M&A-Berater helfen, sondern auch bei der Frage, wie man eine mittlerweile stark gewachsene Organisation weiterentwickelt. Wenn wir darüber nachdenken, wie wir uns in den nächsten zehn Jahren aufstellen wollen, dann wird seine Erfahrung sehr hilfreich und wichtig sein“, ergänzte Perella Weinberg-Partner Dietrich Becker.

Tatsächlich besitzt Perella Weinberg schon heute laut den Linkedin-Profilen ein mindestens 15köpfiges deutschsprachiges Team in London. Unter ihnen befinden sich allein drei deutsche Partner. So kam Becker 2006 von Morgan Stanley, wo er Co-Head der Global Industrials Group gewesen ist. Stefan Jentzsch wiederum leitete früher das Investmentbanking der Dresdner Bank und Timo Bauschke stieß 2013 von der Deutschen Bank zu Perella Weinberg, wo er auf die chemische Industrie spezialisiert war.

Mit dem Anheuern von Schenck will Perella Weinberg ihren Wachstumskurs im deutschsprachigen Raum fortsetzen. Auch bei den Juniors hat Perella Weinberg jüngst kräftig eingestellt. So hat die Boutique 2018 allein in London drei deutschsprachige Absolventen angeheuert.

Noch hat Perella Weinberg keine Niederlassung in Frankfurt und auch auf der Unternehmenswebsite sind lediglich Jobs in New York, London und Paris ausgeschrieben. Der Standort Paris wurde allerdings ebenfalls erst kürzlich eröffnet. Zu der Frage, ob Perella Weinberg in Frankfurt eine Niederlassung plane, äußerte sich das Unternehmen bislang nicht. Anders als viele Boutiquen in Frankfurt konzentriert sich Perella Weinberg auf die großen Transaktionen im deutschsprachigen Raum und nicht auf den Mittelstand.

Auch einschlägige Headhunter haben noch keine Suchaufträge für Frankfurt erhalten. Allerdings hat Perella Weinberg vor einiger Zeit deutsche Associates und Vice Presidents für London gesucht. „Perella Weinberg beweist, dass man den deutschen Markt für große Deals auch von London aus bearbeiten kann“, sagt Personalberaterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt.

Die Ansprüche an die Kandidaten, die Arbeitszeiten und die Vergütungen würden sich kaum von den Tier 1-Investmentbanken unterscheiden. „Die tun sich gar nicht so leicht, Associates und Vice Presidents für London zu finden, weil sie um die gleichen Kandidaten wie die großen US-Investmentbanken konkurrieren, aber nicht die gleiche ,Brand‘ wie diese besitzen.“ Schon seit Jahren ist der Arbeitsmarkt für junge deutschsprachige M&A-Experten hart umkämpft.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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