Von wegen Peanuts: Bei welchen deutschen Banken Führungskräfte und Investmentbanker richtig Geld verdienen

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Peanuts

Foto: Getty Images

Zwei kleine englische Worte zeigen an, wer es in seiner Banking-Karriere zu etwas gebracht hat: Risk Taker. Dabei handelt es sich zumeist um Führungskräfte mit besonderer Verantwortung für Erträge und Risiken der Bank. Ganz nebenbei handelt es sich natürlich auch um die Spitzenverdiener der jeweiligen Institute. Da der deutsche Gesetzgeber den relevanten Banken vorschreibt, die Vergütungen der Risikoträger zu veröffentlichen, lässt sich ermitteln, was die Spitzenverdiener in der deutschen Bankenlandschaft einstreichen.

Nach einer eingehenden Untersuchung der Vergütungsberichte für 2017 ergibt sich das Bild einer Zweiklassengesellschaft. Die Oberklasse stellen die Risikoträger der Deutschen Bank dar und die Unterklasse den Rest – zumindest soweit sie bei deutschen Instituten beschäftigt sind. So zählte die Deutsche Bank trotz eines Verlustes 2017 noch genau 705 Einkommensmillionäre. Zum Vergleich: Auf den Plätzen zwei und drei landeten die HypoVereinsbank mit 13 und die Commerzbank mit 12 Einkommensmillionären.

Doch auch bei der Vergütung der Risikoträger liegen Welten zwischen Deutscher Bank und dem Rest der deutschen Banken. So trug jeder der immerhin knapp 1800 Risikoträger der Bank rein rechnerisch gut 1,3 Mio. Euro nachhause – Peanuts sehen anders aus. Die Risikoträger der HypoVereinsbank (HVB) kassierten mit gut 345.000 Euro kein Drittel von den Kollegen der Deutschen Bank. Damit reichte es bei der HVB immer noch für den zweiten Platz. Im Tabellenkeller befindet sich die HSH Nordbank, wo sich die Risikoträger mit nur gut 118.000 Euro begnügen mussten.

Unter den Risikoträgern stellen wiederum die Investmentbanker üblicherweise die mit Abstand größte Gruppe dar. Bei der Deutschen Bank machen sie beispielsweise 56 Prozent aus. Auch hier liegen Welten zwischen den Investment Banking Risk Takern der Deutschen Bank und dem Rest der deutschen Banken. Die Spitzeninvestmentbanker kassierten bei der Deutschen Bank 2017 durchschnittlich fast 1,5 Mio. Euro. Die Kollegen von HVB und Commerzbank mussten sich mit gut 394.000 und knapp 323.000 Euro begnügen. Damit reichte es wiederum für die Plätze zwei und drei. Dagegen waren es bei Corporates & Markets der HSH Nordbank schmale 119.000 Euro.

Die Konsequenz lautet: Wer richtig Geld verdienen möchte, sollte auch heute noch zur Deutschen Bank gehen. Eine lukrative Alternative scheinen dagegen lediglich die internationalen Investmentbanken darzustellen. Ein gutes Beispiel dafür scheint die Schweizer Großbank UBS zu sein, die für ihre EU-Tochtergesellschaft UBS Europe SE in Frankfurt einen eigenen Vergütungsbericht herausgibt. Demnach kassierte dort jeder der allerdings nur 52 Investmentbanker 2017 durchschnittlich knapp 419.000 Euro. Dabei handelt es sich nicht etwa nur um die Risikoträger, sondern um das gesamte Front Office. Wer also gutes Geld verdienen möchte, muss entweder bei der Deutschen Bank oder bei den großen US- oder Schweizer Banken anfangen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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