Die derzeit heißesten und kältesten Programmiersprachen im Banking

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Programmierkenntnisse avancieren immer mehr zu einer Schlüsselkompetenz für Banker. Doch welche Sprache bevorzugen die Institute? Um ein wenig Licht in die Sache zu bringen, haben wir sämtliche IT-Jobs analysiert, die im Oktober von den großen Banken in den USA und Großbritannien ausgeschrieben wurden. Dies basiert auf den Angaben des Datenanbieters Burning Glass. Die ermittelten Prozentzahlen haben wir mit den Ergebnissen von vor einem Jahr verglichen. So viel darf schon einmal verraten werden: Einige Programmiersprachen sind genauso heiß wie im Oktober 2017; andere dagegen sind seither gründlich abgekühlt.

Über 40 Prozent der IT-Jobs verlangen mittlerweile Java-Kenntnisse. Ähnlich wie im Vorjahr handelt es sich damit um die heißeste Programmiersprache im Banking. Besonders gesucht scheinen Java-Programmierer bei der Deutschen Bank und JP Morgan zu sein. Etwa 45 Prozent ihrer Ausschreibungen enthalten den Schlüsselbegriff Java.

Der Aufsteiger des Jahres scheint allerdings die Programmiersprache Python zu sein. Mehr als 23 Prozent der Job-Postings enthalten den Namen der Würgeschlange. Im Vorjahr waren es erst 19 Prozent gewesen. Bei der britischen Großbank Barclays wird für jeden dritten IT-Job Python verlangt. Die Credit Suisse sucht sogar mehr IT-Experten mit Python- als mit Java-Kenntnissen. Einen besonderen Bedarf an Python-Bändigern haben überdies Citi, die Bank of America und die UBS, wobei die letzten beiden weniger auf Java setzen als der Rest der Branche.

Während die Zahl der Schlangenfreunde unter den Banken im vergangenen Jahr drastisch zugenommen hat, geht der diesjährige Anstieg wohl auf den Umstand zurück, dass immer mehr Nicht-Entwickler die Sprache entdecken. Die vergleichsweise leichte Anwendbarkeit und ihr Nutzen für das Modellieren sind für Analysten, Trader und Researcher attraktiv, die sie für ihre eigenen Zwecke einsetzen. So hat beispielsweise die US-Großbank Citi mittlerweile sogar Python-Programmierkurse für ihre Investmentbanking-Analysten eingerichtet. Womöglich schließen sich bald mehr Banken dem Trend zur Förderung der Python-Kenntnisse außerhalb der eigentlichen IT-Tätigkeiten an.

Mit der Nachfrage nach Python-Kenntnissen hat aber auch die Zahl der Kandidaten mit entsprechenden Programmierkenntnissen zugenommen. Nach einer Analyse, die wir im Sommer in unserer eigenen Datenbank unternommen haben, kommen auf jeden Job, der Python-Kenntnisse verlangt, 26 Kandidaten mit entsprechendem Knowhow. Im Dezember waren es erst 14 gewesen.

Eine Abkühlung der Nachfrage lässt sich indes bei C# beobachten, was wohl auf geänderte Anforderungsprofile in der modernen Trading-Landschaft zurückgeht. „C# wird hauptsächlich für besonders quantitative Aufgaben, die geringe Wartezeiten erfordern, verwendet“, erläutert Christian Glover Wilson von der IT-Strategieberatung Tigerspike. Dennoch würden C#-Entwickler aufgrund ihres Aufgabenspektrums oft mehr verdienen als Experten für andere Programmiersprachen.

Berücksichtigt wurden Bank of America, Barclays, Citi, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley, Nomura und die UBS.

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