Big 4 schaffen tausende Jobs in Deutschland: 20 Prozent der Einstellungen entfallen auf technisch orientierte Mitarbeiter

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Allein EY hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 etwa 760 neue Stellen in Deutschland geschaffen. Damit kletterte die Beschäftigung hierzulande um 7,6 Prozent auf rund 10.700 Mitarbeiter, wie aus den am heutigen Montag (29. Oktober) vorgestellten Geschäftszahlen hervorgeht. Damit fällt das Wachstum sogar noch vergleichsweise bescheiden aus. Bei Deloitte legte die Beschäftigung sogar um 975 auf etwa 7900 Jobs zu, was einem Plus von 14 Prozent entspricht. Damit summiert sich der Personalaufbau der Big 4 bereits auf über 1700 Stellen, wobei KPMG und PwC ihre Geschäftszahlen noch gar nicht vorgelegt haben.

Die Dimension des Personalaufbaus wird vor allem in der langfristigen Perspektive sichtbar. Seit 2010/11 hat allein EY fast 3700 neue Jobs geschaffen. Bei Deloitte sind in den vergangenen drei Jahren 2500 Jobs hinzugekommen. Dabei läuft es nicht in allen Ländern so rund wie in Deutschland. In der Schweiz musste EY zuletzt sogar erstmals einen Stellenabbau vermelden.

Unterdessen verschiebt sich die Nachfrage der Big 4 bei den gesuchten Profilen. So wollen EY, Deloitte, PwC und KPMG von der Digitalisierung profitieren. Während früher bei den Big 4 fast ausnahmslos Wirtschaftswissenschaftler untergekommen sind, hatte jeder fünfte der im vergangenen Jahr von Deloitte eingestellten Mitarbeiter eine technisch orientierte Ausbildung.

„Die Digitalisierung von Prüfung und Beratung und die Transformation von Unternehmen und Geschäftsmodellen erfordern mehr denn je multidisziplinäre Teams mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten. Neben den klassischen Qualifikationen wie Betriebswirtschaftler, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Unternehmensberater stellen wir vermehrt Mathematiker, Informatiker und Ingenieure ein“, sagte EY Deutschland-Geschäftsführer Hubert Barth. Data Analytics und Robotics würden beispielsweise die Wirtschaftsprüfung nachhaltig verändern und auch in der Steuerprüfung sei Digitalisierung derzeit das „wichtigste Thema“. Als eine Art Digitalisierungs-Hub will EY im November einen „Wavespace-Standort“ in Berlin eröffnen.

Unterdessen schwächte sich das Umsatzwachstum bei EY ab. Während das Plus im Vorjahr noch 16,2 Prozent betrug, legte der Umsatz 2016/17 nur um 7,7 Prozent auf knapp 2 Mrd. Euro zu. Am kräftigsten stieg er mit 9,3 Prozent auf 362 Mio. Euro in der Unternehmensberatung. Die Steuer- und Rechtsberatung legte um 8,9 Prozent auf 685 Mio. Euro zu. Bei der Transaktionsberatung ging es um 7 Prozent auf 420 Mio. Euro bergauf und in der Wirtschaftsprüfung um 5,2 auf 574 Mio. Euro.

Damit performt EY deutlich schwächer als Deloitte, das seinen Umsatz um 18 Prozent auf fast 1,5 Mrd. Euro steigern konnte. Wachstumstreiber hier war das Financial Advisory (die Transaktionsberatung), welches um 31 Prozent auf 298 Mio. Euro in die Höhe schnellte. Das Consulting legte um immerhin 21 Prozent auf 530 Mio. Euro zu.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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