Fünf Alarmzeichen, dass Ihr IT in Banking-Job bald an einen Billigstandort verlagert wird

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Besteht das Risiko, dass Ihr Banking in Finance-Job an einen billigeren Standort geht? Vielleicht. Seit der Jahrtausendwende verlagern Banken ihre IT-Jobs zu billigeren Standorten, indem sie dort entweder ihre eigenen Centres of Excellence (COE) aufbauen oder Dienstleister nutzen.

Da ich seit 20 Jahren mit dem Offshoring von Bankingjobs beschäftigt bin, weiß ich, wovon ich spreche. Singapur war der erste Offshoring-Standort, den ich 2006 aufzubauen geholfen habe. Doch als die Banken mit immer höheren Gehältern um die besten Talente zu konkurrieren begannen, gingen die Personalkosten durch die Decke. Die Immobilienbesitzer haben von dieser Entwicklung Wind bekommen, wollten von dem Geldsegen etwas abbekommen und drehten an der Mietschraube. Auf diese Weise verwandelte sich Singapur in kürzester Zeit vom Billig- zum Hochpreisstandort und die Banken begannen, Teams in Polen oder Indien aufzubauen.

Doch dies ergeht nicht nur Singapur so. Viele Orte, die ihren Aufstieg als Billiglohnstandorte begannen, wurden schnell teurer, sobald die Banken auftauchten. Von daher prophezeie ich, dass die Kosten in Polen und Indien rasch steigen und die Banken abermals weiterziehen werden.

Während meiner Karriere hatte ich das Glück, mit einigen überaus talentierten Leuten an diesen Offshore-Standorten zusammenarbeiten zu dürfen, allerdings musste ich auch viele Leute informieren, dass ihr Job ins Ausland verlagert wird. Nach meinen Erfahrungen zeichnet sich an fünf Indizien ab, ob Ihrem IT-Job das gleiche Schicksal droht.

1. Sie stechen nicht aus der Masse Ihrer Kollegen hervor

Weltweit gibt es etwa 18,2 Mio. Software-Entwickler, wobei die Zahl bis 2019 auf 26,4 Mio. ansteigen soll. Bereits Ende 2018 soll Indien über mehr Entwickler als die USA verfügen. Ihre Zahl soll von 2,75 auf 5,2 Mio. ansteigen, was einer Steigerung von beinahe 90 Prozent entspricht.

Diese Zahlen verheißen nichts Gutes. Doch Sie können Ihre Wettbewerbschancen steigern, indem Sie sich mit innovativen und gefragten Technologien beschäftigen wie z.B. Cloud-Technologien, Künstlicher Intelligenz, Big Data und Data Science, Cyber Security, Blockchain oder Crypto-Currencies. Falls dies nichts für Sie ist, dann müssen Sie sich womöglich fortbilden und zu einem Fintech-Unternehmen wechseln.

2. Sie sitzen nur vor Ihren Monitoren

Falls Sie Ihre externen oder internen Kunden nicht regelmäßig persönlich treffen, dann gibt es überhaupt keinen Grund, wieso sich Ihr Job an einem teuren Standort befinden muss. Daher sollten Sie versuchen, eine engere Beziehung zu Ihren Kunden aufzubauen und sie regelmäßig persönlich zu treffen. Machen Sie sich selbst unabkömmlich. Wenn Ihr Vorgesetzter Sie braucht, dann müssen Sie parat stehen.

3. Sie gehören nicht zu den leistungsfähigsten und spezialisierten Team-Mitgliedern

Generiert Ihr Knowhow derzeit eine hohe Wertschöpfung? Besitzen Sie vielleicht Spezialkenntnisse in der Regulierung? Arbeiten Sie an IT, die für die Funktionsweise der Bank entscheidend ist und profunde Fachkenntnisse erfordert wie z.B. im Risikomanagement und der Compliance?

Wenn die Antwort auf all diese Fragen „Nein“ lautet und Ihre Aufgaben sich nicht von denen bei allen anderen Banken unterscheiden, dann besteht ein erhöhtes Risiko, dass Ihr Job an einen Dienstleister ausgelagert wird.

4. Die Mehrheit Ihres Teams ist andernorts beschäftigt

Falls Sie zu den Führungskräften zählen und die Mehrheit Ihres Teams bereits an kostengünstigeren Standorten arbeitet, dann sollten Sie Ihre Situation ganz genau überdenken. Wie weit reicht Ihre Kontrolle? Welche Gründe rechtfertigen es, dass Sie selbst an einem Hochpreisstandort arbeiten?

5. Ihr Vorgesetzter macht einen durchtriebenen Eindruck

Fragen Sie Ihren Vorgesetzten, ob Ihr Job vom Offshoring bedroht ist. Meiner Erfahrung nach lässt sich aus Ton, Sprache und Gestik einer Person viel ablesen. Kann Ihr Vorgesetzter erklären, wie die Pläne für die Zukunft aussehen? Falls mich selbst jemand danach gefragt hätte, hätte ich wohl sehr verlegen gewirkt. Viele Leute würden wohl ähnlich reagieren.

Nick Foster bringt 20 Jahre Erfahrung in Banken-IT mit und arbeitet heute als Karriere- und Führungskräfte-Coach vornehmlich für Banken und Finanz-IT.

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