Auch IT-Experten verdienen bei Banken und Finanzdienstleistern mehr als in der Realwirtschaft

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Bezahlung von IT-Experten im Banking

Banklehre und anschließendes BWL-Studium stellen längst nicht mehr den Königsweg ins Banking dar. Während die Jobs für klassische Banker seit Jahrzehnten rückläufig sind, suchen die gleichen Banken händeringend nach IT-Experten. Doch was können IT-Experten überhaupt in der Finanzbranche verdienen? Hierzu hat der auf IT in Finance spezialisierte Headhunter Hans Mantell von fred Executive Search in Frankfurt eine kleine Untersuchung angestellt:

Auch IT-Fachkräfte werden bei Banken besser bezahlt als in der Realwirtschaft

Die Finanzkrise hat nichts daran geändert, dass die Banken immer noch signifikant mehr als die Realwirtschaft zahlen. Laut Mantell trifft dies auch auf IT-Fachkräfte zu. Während ihr durchschnittliches Jahresgehalt unabhängig von Berufserfahrung und Branche bei etwa 52.000 Euro liege, reiche die Spanne bei den Finanzdienstleistern in Frankfurt von 60.000 bis 86.000 Euro.

Freilich können Investmentbanker über solche Zahlen nur milde lächeln. Allerdings schließen diese Ergebnisse auch vergleichsweise gering ausgebildete Arbeitskräfte ein. Denn von den rund 755.000 beschäftigten IT-Experten in Deutschland brachten laut dem Bundesamt für Statistik 2017 lediglich 45 Prozent einen Hochschulabschluss mit. 2013 waren es hingegen lediglich 40 Prozent. Auch in der IT herrscht also ein Trend zur Akademisierung.

Berufseinsteiger kassieren ebenfalls mehr

Die Einstiegsgehälter der IT-Hochschulabsolventen mit einem Bachelor-Abschluss liegen durchschnittlich bei ca. 42.000 Euro. Wer einen Master-Abschluss mitbringt, kann mit 48.000 Euro rechnen. Mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von etwa 55.000 Euro liegen die Frankfurter Finanzdienstleister und Beratungshäuser abermals spürbar über der Realwirtschaft.

Während viele Investmentbanker entweder an teuren Privathochschulen wie der WHU in Vallendar oder an wissenschaftlich renommierten staatlichen Unis wie Mannheim studiert haben, haben in der Banking IT auch Absolventen der Fachhochschulen gute Chancen. „Allgemein ist nicht entscheidend, ob der Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule erworben wurde. Noten und Titel spielen eine untergeordnete Rolle“, meint Mantell. „Wichtiger ist, was ein Bewerber auch an Talent, Softskills und Expertise mitbringt. Hire for Talent - train for skills.“

Dennoch gebe es auch in Informatik renommiertere und weniger renommierte Hochschulen. Besonders angesehen seien die Abschlüsse der Technischen Universitäten wie des Karlsruher Instituts für Technologie, der RWTH Aachen, der TU München, der TU Berlin und der TU-Darmstadt. Im Fach Wirtschaftsinformatik lägen indes TU Darmstadt, TU München, Uni Mannheim, TU Dresden und die Uni Köln vorn.

„Mit einem guten Abschluss dieser erstklassigen Unis kann man natürlich in den Gehaltsverhandlungen noch etwas mehr herausholen und sich auf Jobs bewerben, die neben der Technologie auch strategisch ausgerichtet sind wie etwa bei den renommierten Strategieberatungen“, ergänzt Mantell. Solche Kandidaten würden oft sehr gute Praktika und internationale Erfahrungen mitbringen. Im Extremfall seien dann sogar Einstiegsgehälter von bis zu 90.000 Euro und mehr möglich. „Die Unternehmen sind hier auch bereit, sehr individuelle Angebote zu machen.“

Spezielle Programmierkenntnisse und Personalführung sorgen für Gehaltsplus

Am besten bezahlt werden in den Finanzdienstleistungen IT-Experten mit möglichst guten Kenntnissen in den Programmiersprachen Java (FullStack und Architektur), C und C++, erzählt Mantell. Gefragt seien auch Kenntnisse in PHP, Python oder R. „Am besten bezahlt sind Positionen mit Personalverantwortung“, ergänzt Mantell, worin sich Finanzdienstleister allerdings kaum von der Realwirtschaft unterscheiden.

Müssen Banken IT-Experten mit hohen Gehältern locken?

Doch das allgemein hohe Gehaltsniveau in den Finanzdienstleistungen scheint nur ein Grund für die gute Bezahlung der IT-Experten zu sein. Tatsächlich glänzen Banken und andere Finanzdienstleister in den einschlägigen Rankings der beliebtesten Arbeitgeber für IT-Experten durch Abwesenheit – zumindest was die obersten 15 Plätze betrifft. Vielmehr tummeln sich in Deutschland auf den ersten Rängen Firmen wie Google, BMW, Microsoft, Apple und SAP.

Laut Mantell möchten viele IT-Absolventen am liebsten mit den modernsten Technologien und Methoden arbeiten, was bei Google, Microsoft und anderen Tech-Unternehmen der Fall sei und sich nicht unbedingt mit der Renovierung veralteter Systeme herumschlagen. „Klar müssen sich die Banken dann das frische Knowhow einkaufen. Sie sind dafür bereit auch etwas mehr zu zahlen“, sagt Mantell. Für etwa die Hälfte der Kandidaten seien allerdings Selbstverwirklichung und Flexibilität im Beruf wichtiger als die Gehälter.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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