HypoVereinsbank baut in sechs Monaten mehr als 900 Jobs ab

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Der Kahlschlag bei der HypoVereinsbank kommt voran. Über 900 Mitarbeiter mussten allein seit Jahresbeginn ihren Hut nehmen. Heute beschäftigte die Münchner Tochter der italienischen Unicredit Group keine 12.500 Mitarbeiter mehr, wie aus den jetzt vorgelegten Halbjahreszahlen hervorgeht. Damit soll der bis 2019 geplante Personalabbau weitgehend abgeschlossen und mit allen betroffenen Mitarbeitern Vereinbarungen getroffen sein.

Zwar gibt die HypoVereinsbank nicht an, wie sich der Kahlschlag auf die unterschiedlichen Bereiche verteilt, die Entwicklung des Personalaufwands spricht indes dafür, dass das Corporate & Investment Banking überproportional betroffen ist. Während der gesamte Personalaufwand der HypoVereinsbank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozent auf 735 Mio. Euro nachgab, waren es im Corporate & Investment Banking sogar 14,3 Prozent. Dagegen kam das Filialgeschäft mit einem Minus von 7,5 Prozent vergleichsweise ungeschoren davon. Der Abbau im Middle und Back Office lag etwa im allgemeinen Mittel.

Unterdessen hat die Bank deutlich weniger als im Vorjahreshalbjahr verdient. Der Vorsteuergewinn brach um 35,5 Prozent auf 602 Mio. Euro ein. Die HypoVereinsbank machte hierfür zwei Sondereffekte verantwortlich. So habe das Institut im Vorjahr eine Steuergutschrift erhalten und in den abgelaufenen sechs Monaten einmalige Rückstellungen bilden müssen. Ohne diese gegenläufigen Effekte hätte sich die Profitabilität kaum verändert. Von daher rechnet die Bank auch für das zweite Halbjahr mit wieder anziehenden Gewinnen.

Die Erträge purzelten im Corporate & Investment Banking gegenüber dem Vorjahr um 23,2 Prozent auf nur noch gut 1 Mrd. Euro, wobei sich vor allem das Handelsergebnis halbierte. Den Ertragseinbruch im Fixed Income führte die Bank namentlich auf den positiven Einmaleffekt aus dem Vorjahr zurück. Auch das Geschäft mit Anleihe- und Aktienemissionen schwächelte, weshalb die Provisionserträge um 21,9 Prozent auf 138 Mio. Euro nachgaben. Dagegen legte der Zinsüberschuss zu. Im Filialgeschäft lagen die Erträge nur leicht unter Vorjahresniveau.

Insgesamt verschlechterte sich die Aufwands-Ertragsquote von 61,2 auf 65,9 Prozent. Für jeden Euro Ertrag musste die Bank also knapp 66 Cent ausgeben. Mit diesem Wert schneiden die Münchner aber immer noch weitaus besser als die Frankfurter Konkurrenz ab. Bei Deutscher und Commerzbank beliefen sich die Kostenquoten auf 90,2 und 81,3 Prozent.

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