Trotz heftiger Einschnitte beim Personal steigen bei der Commerzbank die Kosten

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Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Die Commerzbank versucht sich seit Jahren gesund zu sparen. So soll bis 2020 die Beschäftigung von noch 41.300 auf 36.000 reduziert werden. Doch es mehren sich Zweifel, ob dieser Weg zum Erfolg führt. So legten die Verwaltungsaufwendungen des Konzerns im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent auf knapp 3,7 Mrd. Euro zu. Das Ziel der Commerzbank ihre Kosten 2018 auf unter 7 Mrd. Euro zu verringern, wird damit zunehmend illusorisch. Zwischenzeitlich hat die Bank ihr Kostenziel zu Jahresende auf 7,1 Mrd. Euro angehoben.

Dabei kam die Bank beim Personalabbau voran. Die Personalkosten sanken plangemäß um 4,4 Prozent auf nur noch gut 1,7 Mrd. Euro. ­­­Rein rechnerisch belief sich die Bruttovergütung im ersten Halbjahr auf durchschnittlich 39.200 Euro, was sicherlich nicht zu viel ist. Dagegen schnellten die Sachkosten binnen Jahresfrist um 10,4 Prozent auf über 1,9 Mrd. Euro in die Höhe. Finanzchef Stephan Engels machte hierfür vor allem die höheren IT-Investitionen und Regulierungskosten verantwortlich. Tatsächlich gab die Bank für Investitionen und Wachstum allein 73 Mio. mehr als im Vorjahr aus. Bei dem Analystencall fragte ein Teilnehmer, ob die Kostensteigerungen in IT und Regulierung nicht schon zu Jahresanfang absehbar gewesen wären.

Sinkende Erträge im Firmenkundengeschäft

Neben dem Personalabbau verspricht sich die Commerzbank vom Verkauf ihres Aktiengeschäfts an die Société Générale 2019 eine kräftige Kostensenkung um mindestens 200 Mio. jährlich. Doch vorerst macht sich die Trennung von dem Geschäftsfeld vor allem durch einen gewaltigen Ertragseinbruch bemerkbar. Während die Commerzbank hier noch vor einem Jahr 219 Mio. Euro einnahm, waren es in den ersten sechs Monaten 2018 lediglich 138 Mio. Euro.

Generell hat die Commerzbank in ihrem Firmenkundengeschäft zu kämpfen. Die Gesamterträge gaben um 6,3 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro nach. Besonders schmerzlich traf es mit einem Minus von 7,8 Prozent das Mittelstandsgeschäft, welches immerhin mit 857 Mio. Euro für rund die Hälfte der Erträge im Firmenkundengeschäft steht. Auch die Geschäfte mit International Corporates und Financial Institutions lagen mit 433 und 238 Mio. Euro leicht unter Vorjahresniveau. Dass der Absturz nicht allzu groß ausfiel, lag hauptsächlich an den sonstigen Erträgen, die um 38,7 Prozent auf 258 Mio. Euro kletterten. Unter dem Strich verminderte sich das operative Ergebnis um 28,7 Prozent auf 357 Mio. Euro.

Positive Entwicklung im Privatkundengeschäft

Erfreulicher entwickelte sich unterdessen das Filialgeschäft (Privat- und Unternehmenskunden), in dem die Erträge um 7 Prozent auf 2,4 Mrd. und das operative Ergebnis um 11 Prozent auf 373 Mio. Euro zulegten. Während die Erträge mit Privatkunden um 8,1 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro stiegen, kletterten sie trotz guter Konjunktur mit Unternehmenskunden lediglich um 3,6 Prozent auf 401 Mio. Euro. Die polnische Tochter mBank und Comdirect steuerten mit 518 Mio. und 199 Mio. Euro maßgeblich zu dem Erfolg bei.

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