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Die Qual der Wahl: MBA oder Master of Finance?

Wer im Investmentbanking reüssieren will, steht vor der Qual der Wahl. Was bringt die Karriere eher in Schwung, ein MBA oder oder ein Master of Finance. Laut Prof. Michael Grote, Vizepräsident Lehre an der Frankfurt School of Finance & Management hänge die Entscheidung von der jeweiligen Vorbildung ab.

Direkt nach einem Bachelor in BWL sei die Sache klar. “Keine Frage, dann ist das der Master of Finance. Weil Sie bei einem Einstieg im Investmentbanking zunächst Fachkenntnisse benötigen und nicht Managementfähigkeiten”, sagt der Professor für Corporate Finance. Überdies sei es nicht immer leicht, als frischgebackener Bachelor einen Platz in einem MBA-Programm zu ergattern, da hierfür oftmals Berufserfahrung vorausgesetzt wird.

Die mathematische Hürde muss genommen werden

Nach beispielsweise fünf Jahren Arbeitserfahrung falle die Entscheidung etwas schwerer. In diesem Fall kann ein MBA sinnvoll sein, da dieser Master auf Führungsverantwortung vorbereitet. Dies setze jedoch gewisse BWL-Kenntnisse voraus wie Bilanzen lesen zu können, Unternehmensbewertungen aufzustellen oder Finanzinstrumente verstehen zu können. Andernfalls rät der Professor zu einem Master of Finance: “Dann müssen sie diese mathematische Hürde nehmen”, ergänzt Grote.

Allerdings gibt es auch hierbei einen Haken. “Es gibt nicht so viele reinrassige Master of Finance”, sagt Grote. Die meisten umfassen auch noch andere Lehrgebiete. Bei der Gelegenheit versäumt der Professor von der Frankfurt School nicht, Werbung für die eigene Hochschule zu machen. Denn an der Frankfurter Einrichtung wird neben einem MBA auch ein “reinrassiger” Master of Finance angeboten.

Studienrichtung von untergeordneter Bedeutung

Doch auch Absolventen aus anderen Fachrichtungen haben durchaus Karrierechancen bei Investmentbanken. So spielt das Studienfach bei der Rekrutierung nur eine untergeordnete Rolle, wie Headhunter Sina Schahram-Nia von Montalbetti Partners weiß.

“Der Grundsatz lautet: Wir wollen die besten Leute einstellen”, ergänzt Schahram-Nia. Daher werde zunächst auf das Renommee der Unis geschaut. In den USA, Großbritannien und auch in Frankreich sind die Elitehochschulen einschlägig bekannt und werden regelmäßig in Rankings ermittelt. Dagegen gebe es in Deutschland nur “Schattierungen”.

Studieren, was Spaß macht

An zweiter Stelle schauen die Banken bei den Absolventen auf die Noten. Erst an dritter Stelle spielt das Studienfach eine Rolle. Denn die relevanten Fachkenntnisse würden ohnehin im “Training on the job” vermittelt. Daher gibt Schahram-Nia auch den Rat: “Studieren Sie, was Ihnen Spaß macht und worin Sie gut sind.”

So finden sich bei den Investmentbanken neben den Ökonomen auch viele Naturwissenschaftler, da gute mathematische und statistische Kenntnisse durchaus von Vorteil sind. Doch selbst Biologen haben im Investmentbanking eine Chance. Letztlich zählt für die Banken nur eines, sagt Schahram-Nia, “hungrige und hoch motivierte junge Leute mit Potenzial zu finden und sie einzustellen.”

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