Credit Suisse baut 2200 Stellen in nur drei Monaten ab, Vergütungen purzeln

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Credit Suisse interview questions

Allein zwischen April und Juni gingen bei der Credit Suisse über 2200 Stellen verloren – 940 bei den festangestellten und 1270 bei den externen Mitarbeitern. Dabei erstreckt sich der Kahlschlag über sämtliche Geschäftsbereiche. Den größten Aderlass mussten Schweizer Universalbank und Global Markets mit einem Minus von 340 bzw. 270 Mitarbeitern verkraften. Dagegen kam das International Wealth Management mit einem Minus von 100 Stellen vergleichsweise ungeschoren davon.

Insgesamt konnte die Bank ihre jährliche Kostenbasis im ersten Halbjahr um rund 500 Mio. Franken senken. Da die Bank weitere gut 500 Mio. bis zum Jahresende einsparen muss, um die jährliche Kostenbasis unter 17 Mrd. Franken zu drücken, dürfte der Kahlschlag vorerst weitergehen.

Tatsächlich scheint die Strategie von Konzernchef Tidjane Thiam, sich durch kräftige Einsparungen und gleichzeitige Steigerung der Erträge zu sanieren, aufzugehen. So legten die Erträge im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf knapp 5,8 Mrd. Franken zu. Der Vorsteuergewinn schnellte sogar um fast ein Viertel auf gut 1,4 Mrd. Franken nach oben. Unterdessen verbesserte sich die Aufwandsertragsquote um 3,7 Prozentpunkte auf 74,1 Prozent. Damit unterbietet die Credit Suisse sogar ihren Erzrivalen UBS, der mit einer Quote von 77,5 Prozent arbeitet.

Doch nicht alle Bereiche haben im gleichen Maße zu diesem Erfolg beigetragen. Vor allem in ihrem Investmenbanking hat die Credit Suisse weiter zu kämpfen. So gaben die Erträge in Global Markets – mit über 11.000 Mitarbeitern immerhin die zweitgrößte Sparte – um 6 Prozent auf gut 1,4 Mrd. Franken nach. Der ohnehin schon geringe Vorsteuergewinn im Wertpapierhandel brach um 42 Prozent auf 148 Mio. Franken ein.

Besser sah es dagegen im Beratungs- und Emissionsgeschäft aus. Im Investment Banking & Capital Markets kletterten die Erträge um ein Viertel auf 644 Mio. Franken und der Vorsteuergewinn um 41 Prozent auf 110 Mio. Franken.

Das eigentliche Geld verdient der Konzern anderswo. So generiete die Schweizer Universalbank allein im zweiten Quartal ein Ergebnis vor Steuern von 551 Mio. Franken – 10 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Obgleich die Erträge mit gut 1,4 Mrd. Franken nur auf Vorjahresniveau lagen, verdient die Credit Suisse in ihrem Heimatmarkt immer noch prächtig. Dies liegt hauptsächlich an den vergleichsweise geringen Kosten. Die Aufwandsertragsquote verbesserte sich binnen Jahresfrist um 3 Prozentpunkte auf schmale 58, 6 Prozent.

Der zweite Goldesel des Konzerns stellt das International Wealth Management dar. Während die Erträge lediglich um 6 Prozent auf gut 1,3 Mrd. Franken zulegten, kletterte der Vorsteuergewinn um 19 Prozent auf 433 Mio. Franken. Die Kostenquote verbesserte sich um 3 Prozent auf 67,4 Prozent.

Zwar kündigte Thiam höhere Boni für das laufende Jahr an, die Zahlen für den Personalaufwand pro Kopf bestätigen dies aber kaum. Lediglich einige Investmentbanker und die Schweizer Mitarbeiter haben ein paar Franken mehr im Portemonnaie. So ließ die Bank für jeden der gut 3000 Beschäftigten von Investment Banking & Capital Markets knapp 225.000 Franken springen – 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In der Schweiz legte der Personalaufwand pro Kopf um 2,7 Prozent auf keine 80.000 Franken zu. Dagegen liegen selbst im erfolgreichen International Wealth Management die Vergütungen leicht unter Vorjahresniveau. Da die Bank bis Jahresende noch gut 500 Mio. Franken einsparen will, kann Thiam die Boni auch nicht einfach im vierten Quartal verbuchen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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