Junger Investmentbanker stirbt bei M&A-Boutique

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Lincoln International

Ein junger Investmentbanker ist bei einer mittelgroßen M&A-Boutique in Chicago verstorben. Die Gründe für seinen Tod sind noch unklar. Allerdings hatten einige seiner Kollegen zuvor über die langen Arbeitszeiten geklagt. Der junge Mitarbeiter hat bei Lincoln International gearbeitet, einer global agierenden Mid-Market-Boutique mit Hauptsitz in Chicago. Angeblich soll es sich um einen Praktikanten gehandelt haben. In Frankfurt arbeiteten 2016 66 Mitarbeiter für das Unternehmen, 52 davon im Front Office. Im vergangenen Jahr wurde eine Niederlassung in München eröffnet.

Das Vorkommnis wurde von der Website Wall Street Oasis verbreitet, die schon den Tod des deutschen Investment Banking-Praktikanten Moritz Erhardt in London 2013 als erste gemeldet hatte. Seinerzeit kam der Verdacht auf, eine 72-Stundenschicht, die Erhardt zuvor absolviert hatte, könne den epileptischen Anfall ausgelöst haben, an dem er letztlich verstarb. Eine anschließende Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Überarbeitung nicht für den Tod des Praktikanten verantwortlich gemacht werden könne, obgleich Müdigkeit einen epileptischen Anfall begünstige. Laut anonymen Quellen auf Wall Street Oasis habe der verstorbene Jungbanker aus Chicago ebenfalls „eine verrückte Zahl an Nächten durchgearbeitet“.

Unterdessen hat eine Sprecherin von Lincoln International das Ableben des jungen Bankers bestätigt. Der Tod sei aber nicht das Ergebnis von überlangen Arbeitszeiten während der Nacht; das Unternehmen besitze „Standards und Systeme“, um solche Vorfälle zu vermeiden. „Gesundheit und Wohlbefinden unserer Mitarbeiter haben für uns oberste Priorität“, ergänzte die Sprecherin.

Nach Erhardts Tod haben die meisten Banken Systeme eingeführt, die die Arbeitszeiten ihrer jüngeren Mitarbeiter begrenzen sollen. Dennoch wird immer noch von Angestellten verlangt, bis in die frühen Morgenstunden zu arbeiten. Laut einem anderen Post auf Wall Street Oasis seien die Arbeitszeiten von Praktikanten bei Großbanken mittlerweile auf 60 bis 70 Stunden gesunken. Besonders die Wochenendarbeit sei eingeschränkt worden. Dennoch sollen die Arbeitszeiten bei Boutiquen höher als anderswo ausfallen, was allerdings nicht auf Lincoln International zutreffen muss.

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