Der derzeit heißeste IT-Job im Banking

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Cyber Security

Auch in Banken muss jemand für die Sicherheit verantwortlich sein.

Die Deutsche Bank baut in Lichtgeschwindigkeit Personal ab. Allein 1700 Leute haben im zweiten Quartal das Unternehmen verlassen. Dennoch herrscht auf dem konzerneigenen Stellenportal keine gähnende Leere. Vielmehr sucht selbst die Deutsche Bank mehr als hundert neue Mitarbeiter – zumeist Fachkräfte für IT, Regulierung und Compliance. Darunter finden sich wenigstens drei Jobs im Chief Security Office. So sucht die Bank einen IT Project Manager Cryptography, einen Malware Analyst Information Security Operations und einen I&A Programm Office Manager, der ein „hohes zweistelliges Mio.-Budget“ verwalten soll.

„Cyber Security gehört sicherlich zu den heißesten IT-Profilen“, beobachtet Headhunterin Stefanie Storck von TF Executives in Frankfurt. „Banken haben natürlich ein ganz großes Eigeninteresse daran, eine solche Stelle zu besetzen. Andere IT-Positionen können sie vielleicht einige Monate unbesetzt lassen, bei Cyber Security geht das aber nicht.“

Auch die Bewältigung der Aufgaben durch Freelancer oder Consulting-Unternehmen – wie bei so vielen anderen IT-Gebieten – komme beim Thema IT-Sicherheit nur bedingt in Betracht. „Bei Cyber Security geht es selten um die Abarbeitung eines Projekts wie die Einführung einer neuen Software, sondern um ein kontinuierliches Problem“, erläutert Storck. „Das Thema ist ja nie abgeschlossen. Da es immer neue Bedrohungen gibt, bevorzugen die Banken feste Beschäftigung. Mit Freelancern können Sie vielleicht einige Monate überbrücken, eine dauerhafte Lösung ist das nicht.“

Ein Grund für den Mangel besteht darin, dass es sich um ein relativ junges Profil handelt. „Cyber Security-Experten mit 20 Jahren Berufserfahrung gibt es nicht“, sagt Storck. Üblicherweise hätte sich entsprechende Spezialisten mehr oder weniger zufällig in diese Richtung entwickelt. Sie schätzt, dass nur etwa die Hälfte ein Informatikstudium absolviert hat. Der Reste habe beispielsweise eine Ausbildung in Fachinformatik hinter sich, einige Jahre Berufserfahrung gesammelt und die ein oder andere Zertifizierung erworben. „Die Banken sehen gerne, wenn ein Kandidat einschlägige Zertifizierungen mitbringt, auch wenn diese Leute nicht zwangsläufig mehr Fachkenntnisse haben als Kandidaten ohne solche Zertifizierung.“

Laut Storck falle die Bezahlung gut aus. Je nach Gebiet und Berufserfahrung sei ein Bruttojahresgehalt von 55.000 bis 120.000 Euro drin. „Kürzlich habe ich beispielsweise einen Cyber Security Officer ohne Informatikstudium mit einem Bruttojahresgehalt von knapp 70.000 Euro vermittelt. Er konnte eine Ausbildung, sechs Jahre Berufserfahrung und eine Zertifizierung vorweisen.“

Die Besetzung solcher Stellen sei zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Dabei spielten Geld oder persönliche Gründe oft nur eine Nebenrolle, beobachtet Storck. „IT-ler wollen in einer modernen, innovativen IT-Landschaft arbeiten. Das stellt den Hauptgrund dar, wieso sie wechseln.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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