GASTBEITRAG: Was Euch niemand über Investmentbanking-Praktika verrät

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Wer diese Zeilen liest, absolviert wahrscheinlich jetzt oder demnächst ein Praktikum im Investment Banking. Dennoch haben die meisten keine Vorstellung, worum es dabei wirklich geht. Die meisten Studenten glauben, sie müssten hart arbeiten, mit Excel jonglieren und Klarschiff machen…

Doch die Realität sieht anders aus. Nichts davon spielt wirklich eine Rolle. Während der Praktika geht es nicht darum, irgendeine Arbeit zu erledigen. Vielmehr geht allein um folgende drei Dinge:

1. Ein Übernahmeangebot zu erhalten

2. Mehr über Finance zu wissen als zuvor

3. Einen größeren Marktwert zu erwerben

Bankenpraktika dauern üblicherweise zehn bis zwölf Wochen. Als Teil des Einstellungsprozesses sollen sie Euch einen Vollzeitjob verschaffen. Wenn das nicht der Fall sein sollte, stellt dies noch lange keinen Weltuntergang dar – auch ich habe nach meinem ersten Praktikum kein solches Gebot erhalten. Doch wenn Ihr ein Einstiegsangebot erhalten wollt, dann müsst Ihr einige Punkte beachten:

A. Verfügt das Team im kommenden Jahr über Einstiegspositionen? Mit anderen Worten: Sind sie in der Lage Euch einzustellen, falls sie es wollen? Nicht alle Teams besitzen diesen Luxus.

B. Bringt Ihr die Kompetenzen und die Persönlichkeit mit, die das Team verlangen?

C. Wenn dies zutreffen sollte: Wer ist für Euch zuständig und bringt er genügend Einfluss mit?

D. Wenn dies nicht zutreffen sollte: Könnt Ihr noch schnell ein anderes Team finden, wo es Vakanzen gibt und jemand Euren Übernahmewunsch unterstützt?

Sobald Ihr dies erreicht habt, müsst Ihr daran arbeiten, mehr über Finance zu wissen als zuvor. Das mag zunächst wie eine Selbstverständlichkeit klingen, aber lediglich erstrangige Banken verfügen über ein strukturiertes Sommer-Praktikums-Programm. Wenn Euer Praktikum nicht bei einer solchen Bank stattfindet, weiß das Team womöglich gar nicht, was es mit Euch anfangen soll. Dann hat womöglich auch der Vice President oder Associate, dem Ihr zuarbeitet, keine Zeit für Eure Ausbildung. Daher müsst Ihr in einem solchen Fall Eure Ausbildung in die eigenen Hände nehmen.

A. Versucht in jeder Woche fünf Leute aus anderen Bereichen der Bank zu treffen, die Ihr noch nicht kennt.

B. Setzt ein Meeting von 30 bis 45 Minuten mit ihnen an, in denen Ihr u.a. fragt, was Ihr lesen und wen Ihr treffen solltet.

C. Fasst nach ein paar Wochen und auch nach Ende des Praktikums bei jedem nach, mit dem Ihr Euch getroffen habt.

Und drittens solltet Ihr nach dem Praktikum einen höheren Marktwert als vorher darstellen. Dies basiert darauf, was Ihr gelernt und wen Ihr getroffen habt. Denn Eure frühe Karriere dreht sich um zwei Dinge: Was lernt Ihr und zu wem könnt Ihr eine Beziehung aufbauen?

Bei allen Entscheidungen, die Ihr während Eures Praktikums zu treffen habt, dürft Ihr diese drei Ziele nicht aus den Augen verlieren. Ein Job in den Finanzdienstleistungen hat mit der Uni wenig gemein. Es genügt nicht allein, seine Aufgaben abzuarbeiten, die Antworten richtig zu beantworten und schon habt Ihr es geschafft.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street“ (WilowWallStreet.com).

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