Die heißesten Jobprofile im Schweizer Sommer

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Schweizer Arbeitsmarkt

Die Temperaturen steigen auch auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für Finanzprofis. Schon seit Jahresbeginn geht es hier heiß zu. „Wir haben schon im Januar ein deutliches Anziehen bei der Kundennachfrage registriert“, berichtet Stephan Surber von Page Executive in Zürich. „Seit der Finanzkrise ging es selten so aktiv zu wie in diesem Jahr.“

„Sowohl Kandidaten und Kunden sind derzeit sehr aufgeschlossen“, sagt Headhunterin Rebecca Clark von Robert Walters in Zürich. Beides sorge für reichlich Bewegung auf dem Arbeitsmarkt.

Dies bestätigt Headhunterin Karin Signer von Signer Beratungen in Zürich: „Kürzlich konnte ich sogar eine Dame mit 58 Jahren vermitteln. Sie hat zwei Angebote erhalten. Das ist schon ein ermutigendes Zeichen.“ Doch welches sind die heißesten Profile? Wir haben nachgefragt:

Spezialisten für alternative Anlagen

Das Asset Management zählt zu den Königsdisziplinen des eidgenössischen Finanzplatzes. Aufgrund der hartnäckigen Niedrigzinsphase sind Experten für alternative Anlagen heiß begehrt. „Derzeit werden Leute für die Bereiche Private Debt, Infrastruktur-Investments, Credit- und Fixed Income-Produkte gesucht“, berichtet Surber. Teils würden ganze Teams abgeworben, teils auch nur einzelne Personen. „Im Portfoliomanagement werden ganze Teams gesucht, sofern der Track Record stimmt“, sagt Surber. Sales-Positionen gebe es sowohl bei etablierten ausländischen als auch Schweizer Anbietern.

Dies bestätigt Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich. „Darüber hinaus sind Spezialisten für das quantitative Thema gefragt“, erzählt Bossard. „Die bringen oft einen etwas anderen Hintergrund als die meisten Portfoliomanager mit. Sie besitzen z.B. eine Promotion oder einen mathematischen Abschluss.“

Portfoliomanager mit Kenntnissen in nachhaltigen Anlagen

„Nachhaltigkeit wird für Investoren wichtiger, man will Verantwortung übernehmen. Darum integrieren immer mehr Schweizer Asset Manager im Investmentprozess verstärkt Nachhaltigkeitskriterien“, erzählt Bossard. Somit werden weitere Dimensionen in die Anlageentscheide miteinbezogen. Neben den klassischen Fundamentaldaten spielen auch die  „Environmental, Social and Governance“-Kriterien eine Rolle. „Daher werden die Teams durch ESG-Spezialisten ergänzt“, beobachtet Bossard. Einschlägige Experten hätten derzeit gute Chancen.

Sales and Sales-Support

Nach Bossards Erfahrung sind Asset Management-Sales mit den richtigen Kundenkontakten und einem überzeugenden Track Record in der Schweiz immer gesucht – sowohl im Institutional als auch im Wholesales. Neben der Stärkung der Front folgten auch Suchaufträge für Salesnahe Positionen, berichtet Bossard. Dabei handelt es sich u.a. um Produktspezialisten, die sogenannten „Client Portfolio Manager“. Auch Fachkräfte für Client Services, Marketing und Kommunikation, die profunde Kenntnisse in der Digitalisierung mitbringen, konnte Bossard vermehrt vermitteln. „Die Kommunikation mit den Kunden wandelt sich im Asset Management. Immer mehr Kommunikation findet über digitale Kanäle statt“, kommentiert Bossard.

Private Banker für neue Geographien

Im Wealth Management versuchen verschiedene Anbieter für sie neue geographische Gebiete zu erschließen. „Die USA stellen ein solches Gebiet dar“, erzählt Surber. Die Zurückhaltung der Vergangenheit bei US-Kunden gebe es heute nicht mehr. „Da müssen natürlich die Lizenzen wie die SEC-Zulassung vorhanden sein.“ Client Relationship Manager mit entsprechender Zielgruppe seien begehrt.

Assistenten fürs Private Banking mit Fremdsprachenkenntnissen

Die Ausbreitung des Schweizer Wealth Management auf neue Märkte registriert Signer ebenfalls. „Assistenten fürs Private Banking werden gesucht, vor allem wenn sie bestimmte Fremdsprachenkenntnisse besitzen“, versichert die Personalberaterin. Gesucht seien derzeit vor allem Russischkenntnisse.

Experten für Blockchain-Technologien

Obgleich Bitcoins wegen der offensichtlichen Spekulationsblase und ihrem Stromverbrauch ins Gerede gekommen sind, suchen Fintechs und Banken verstärkt Experten für die zugrundeliegende Blockchain-Technologien. „Immer mehr Großbanken wollen die Blockchain-Technologie für sich nutzen“, erzählt Clark.

Die Klassiker

Jobs im Regulierung, Compliance und Legal gehen immer. Laut Clark sind namentlich Juristen mit einem Schweizer Studienabschluss begehrt. Solide Kompetenzen in Projekt Management und Digitalisierung sind ebenso seit Jahren gefragt. Ein Ende dies langjährigen Trends ist weiterhin nicht in Sicht.

Sogar Trading-Jobs gibt es

Clark beobachtet eine stärkere Bewegung im Zürcher Investment Banking und Private Equity-Geschäft. Laut Signer seien derzeit sogar wieder Tradingjobs im Investmentbanking in der Schweiz ausgeschrieben: „Das ist ein gutes Zeichen für die Verfassung des Zürcher Arbeitsmarktes, denn davon gab es in den vergangenen Jahren kaum welche und wenn doch, dann sind sie unter der Hand weggegangen und wurden nicht ausgeschrieben.“

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