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Wegen schlampiger Krisenkommunikation droht Banken Mitarbeiter-Aderlass

Die Banken schrumpfen sich wegen der Krise gesund – dabei drohen sie aber, ihre Spitzenkräfte aus den Augen zu verlieren.

Längere Arbeitszeiten, mehr Verantwortung, Kürzungen von Zusatzleistungen, fehlende Motivation und mangelhafte Kommunikation über die Krisenstrategie – diese Nebenwirkungen der Wirtschaftskrise gefährden die Loyalität der Führungskräfte.

“Dabei ist es insbesondere in Krisensituationen wichtig, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter im Boot halten, sie motivieren und die Loyalität stärken”, sagt Jens Friedrich, Director Permanent Recruitment der deutschen Niederlassung von Badenoch & Clark (B&C).

Hier bestehe Nachholbedarf, lautet das Fazit der jetzt von B&C vorgestellten “Arbeitsplatzstudie im Bereich Bank- und Finanzdienstleistungen”.

Lediglich 49 Prozent der Befragten fühlen sich überhaupt ausreichend über das Krisenmanagement ihrer Arbeitgeber informiert und stimmen ihm zu.

Demgegenüber wurden 20 Prozent der Befragten über keine Maßnahmen informiert, 17,5 Prozent stimmen den Maßnahmen nicht zu und 13,3 Prozent haben nicht verstanden, was ihnen gegenüber kommuniziert wurde.

Darüber hinaus gibt ein Großteil der Arbeitgeber (Deutschland: 58,8 Prozent; Großbritannien: 64,9 Prozent; Niederlande: 50 Prozent, Luxemburg: 37,9 Prozent) an, keine besonderen Schritte zur Motivation ihrer Mitarbeiter zu unternehmen.

Die Untersuchung zeige, dass die Unternehmen zwar über eine Strategie aus der Krise verfügten, einem Großteil der Mitarbeiter aber nicht klar ist, warum sich ihre Arbeitsbedingungen verschlechtert haben. “Dieser Zustand gepaart mit der fehlenden Motivierung verschlechtert nicht nur die Produktivität, sondern erhöht ebenfalls das Risiko der Abwanderung signifikant”, sagt Michael Reckers, Director Interim Recruitment.

77 Prozent der Befragten sorgten sich um ihre Karriere: So fürchteten 26 Prozent eine Entlassung. Knapp jeder vierte Befragte gab an, noch bis zum Ende der Krise in seiner Position verbleiben zu wollen, dann aber den Arbeitgeber innerhalb der Branche zu wechseln.

Weitere 13 Prozent wollten ihre aktuelle Rolle im Unternehmen so schnell wie möglich verlassen und 12,3 Prozent ziehen sogar eine Karriere außerhalb des Finanzsektors in Erwägung.

Diese Zahlen sind nach Ansicht der beiden Rekruter alarmierend. “Der Verlust qualifizierter Mitarbeiter ist immer schmerzhaft und es bedarf viel Zeit und Geld, die Talente entsprechend zu ersetzen”, so Friedrich. Dabei seien viele Arbeitnehmer sogar bereit, Einschnitte in Krisenzeiten zum Wohl des Unternehmens hinzunehmen. Allerdings verlangten sie im Gegenzug eine klare Kommunikation, Anerkennung und Zukunftsperspektiven, so Jens Friedrich und Michael Reckers einstimmig.

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