Citigroup baut ihr Frankfurter Geschäft für den Brexit gründlich um

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Citi Q42017

Schon vor bald einem Jahr hat die Citigroup angekündigt, im Zuge des Brexits 150 bis 250 Jobs vor allem in Sales and Trading nach Frankfurt zu verlagern. Dazu will der Citikonzern sein Geschäft in der Eurozone in zwei Gesellschaften aufspalten, wie aus dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht 2017 der Citigroup Global Markets Deutschland AG hervorgeht.

In der „Citibank Europe plc.“ mit Sitz in Dublin wird das Commercial Banking des Konzerns in der Eurozone gebündelt. Auf diese Konzerngesellschaft wurde bereits im März 2018 der bisherige Geschäftsbereich „Securities Services“ der deutschen Aktiengesellschaft übertragen. Da laut dem Register der deutschen Bankenaufsicht BaFin bereits eine Niederlassung der irischen Gesellschaft in Deutschland besteht, scheint damit keine physische Arbeitsplatzverlagerung verbunden zu sein.

Citi will deutsche Gesellschaft in Wertpapierhandelsbank umwandeln

„Die Citigroup Global Markets Deutschland wird in eine Wertpapierhandelsbank umgewandelt und sich zukünftig auf diese Aktivitäten fokussieren“, heißt in dem Geschäftsabschluss. „Dadurch wird die Produktpalette im Equity, Fixed Income und FX Bereich sowohl bezüglich Kassageschäften als auch Derivaten erweitert.“ Damit scheinen in der deutschen Konzerngesellschaft künftig nicht nur das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen, Aktien- und Anleiheemissionen (M&A, ECM und DCM) angesiedelt zu sein, sondern auch das Sales and Trading für die Eurozone. Angeblich soll der Handelssaal der Citi an der Frankfurter Welle bislang nur zum Teil ausgelastet sein. Genügend Platz sei vorerst vorhanden.

Unklar ist, was mit der Niederlassung der bisherigen Citigroup Global Markets Deutschland in London passiert. Denn die deutsche Konzerngesellschaft beschäftigte Ende 2017 nicht nur 274 Mitarbeiter in Frankfurt, sondern sieben in London. Letztere sind mit dem Optionsgeschäft betraut.

Von dem angekündigten Stellenaufbau im Zuge des Brexits in Frankfurt scheint bislang allerdings noch nicht allzu viel angekommen zu sein. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug 2017 lediglich 267 Mitarbeiter und damit gerade einmal acht mehr als im Vorjahr.

Mitarbeiter verdienten durchschnittlich 243.000 Euro

Unterdessen generierte die Citigroup Global Markets 2017 einen Reingewinn von 66,7 Mio. Euro. Da das Institut der Verlauf ihres Geschäftsjahres veränderte, sind die Angaben nicht mit 2016 vergleichbar. Den Hauptertragsbringer stellte das Corporate and Investment Banking mit einem Provisionsergebnis von 81,5 Mio. Euro dar. Auf Platz zwei folgte Markets and Securities Services mit 73,4 Mio. Euro. Treasury and Trade Solutions steuerten 21,1 Mio. zum gesamten Provisionsergebnis von 178,7 Mio. Euro bei.

Die durchschnittliche Bruttogesamtvergütung lag bei der Citigroup Global Markets Deutschland bei knapp 243.000 Euro. Jedes Mitglied des siebenköpfigen Vorstands kassierte rein rechnerisch knapp 1,1 Mio. Euro.

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