Droht im M&A ein Wasserkopf? Bei Lazard kommen auf einen Managing Director nur noch vier Mitarbeiter

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Lazard

Viele Chefs und wenig Mitarbeiter. Immer häufig Realität im Investment Banking.

Reichlich spät hat die Investment Banking-Boutique Lazard in Frankfurt jetzt ihre Geschäftszahlen für 2016 vorgelegt. Nach einem Verlustjahr ist das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat unter dem Strich 10,4 Mio. Euro verdient.

Erstaunlich fallen unterdessen die Angaben zum Personal aus. Demnach beschäftigt Lazard in Frankfurt 41 Mitarbeiter: 30 „Investment Professionales“ sowie 11 unterstützende Angestellte. Das Geschäft besteht in der Beratung bei Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie der Eigen- und Fremdkapitalaufnahme (Equity Capital bzw. Debt Capital Markets).

Erstaunlich dabei: Der Geschäftsbericht ist von sechs Managing Directors unterzeichnet: Jörg Asmussen, Jörg Dimeg, Eric Fellhauer, Ken Oliver Fritz-Früh, Andreas Schreiber und Christian Straube. Damit kommen auf jeden Managing Director (MDs) also gerade einmal vier Mitarbeiter auf den niederen Karrierestufen Analyst, Associate, Vice President oder Executive Director. Auf eine Presseanfrage zu dem Verhältnis von MDs zu sonstigen Investment Professionals hat Lazard bislang nicht reagiert.

Headhunter Jan Graffelder von Look & Graffelder in Frankfurt überrascht das wenig. „Wir sehen seit einiger Zeit, dass die Teams ausgedünnt sind. Im Debt Capital Markets-Teams gibt es teilweise nur einen Managing Director sowie jeweils einen Analysten und Associate, aber keinen Vice President.“ Bei einer geringen Auslastung würde diese Teamgröße oft ausreichen. „Anders sieht das in M&A aus, wo wir einen weiter steigenden Dealflow beobachten“, erzählt Graffelder. Dort hätten Investmentbanken und Boutiquen jedoch oft mit einem Mitarbeitermangel zu kämpfen. „Analysten lassen sich noch von der Uni einstellen. Associates und Vice Presidents sind auf dem Markt aber nur schwer zu finden.“

Schlecht scheinen Boutiquen wie Lazard allerdings nicht zu zahlen. Für die 41 Mitarbeiter ließ das Unternehmen 2016 mehr als 12,3 Mio. Euro an Löhnen und Gehältern springen, was auf eine Durchschnittsvergütung von immerhin knapp 301.000 Euro hinausläuft. Bei der Konkurrenz von der Rothschild GmbH in Frankfurt waren es im Geschäftsjahr 2016/17 sogar knapp 386.000 Euro.

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