Angeödet von Ihrem Bankenjob? Was sich dagegen machen lässt

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Bored with banking

Rasch verliert man den Spaß an seinem Job in den Finanzdienstleistungen. Excel-Tabellen zu aktualisieren, Präsentationen vorzubereiten, Kunden zu nachzujagen, Meetings anzusetzen, Berichte zu schreiben – all das kann rasch langweilig werden. Der Mensch ist einfach nicht dazu bestimmt, zwölf Stunden pro Tag in einen Bildschirm zu starren. Wer einen Blick aus dem Fenster wagt, sieht, was ihm entgeht. Das meiste davon wird allerdings nicht annähernd so gut bezahlt wie Banking. Wie kann man damit sein Leben bestreiten?

Falls Sie sich darin wiedererkennen, dann haben Sie meine Sympathien. Schließlich habe ich 18 Jahre in den Finanzdienstleistungen verbracht und mich alle paar Monate ein wenig klaustrophobisch gefühlt

Mein Rat an Sie lautet: Das geht vorüber. Überstürzen Sie bloß nichts, sondern sitzen Sie es aus. Es gibt Wege zurück zu einem erfüllten Leben.

Falls Sie gelangweilt sind, dann lieg das womöglich daran, dass Sie für Ihren Job einfach zu gut sind: Es gibt keine Herausforderungen mehr, Sie lernen nichts mehr hinzu, jeder Tag läuft gleich ab und nichts stimuliert Sie. Sobald das eintritt, fährt Ihr Gehirn herunter.

Um einer solchen Situation zu entkommen, müssen Sie mir Ihrer Routine brechen. Dabei kann es sich um Kleinigkeiten handeln: Gesehen Sie irgendwo anders zum Mittagessen hin. Sprechen Sie mit anderen Leuten in Ihrem Büro. Sie können aber auch mehr wagen: Fragen Sie nach neuen Projekten oder nach einem Wechsel zu einem neuen Team. Banken stellen riesige Unternehmen dar und es gibt keinen Grund seiner Nische treu zu bleiben. Strecken Sie Ihren aus der Deckung heraus.

Zweitens müssen Sie Ihre Kompetenzen auf den neuesten Stand bringen und ausbauen. Falls Sie sich gelangweilt fühlen, dann haben Sie vielleicht über Jahre keine neuen Kompetenzen erworben. Während Sie früher bei scharfen Verstand waren, ist er heute ebenso stumpf wie Kapitän Ahabs Holzbein. Es gibt eine Menge Dinge, die Sie lernen können, und nicht alles muss mit Finanzdienstleistungen zusammenhängen. So können Sie beispielsweise in Ihrer Freizeit einen Programmierkurs belegen, Französisch lernen, Ihre Weinkenntnisse aufpolieren oder Ihr Arsenal an guten Witzen ausbauen – alles was die Langweile bekämpft.

Nicht zuletzt müssen Sie dankbar sein. Falls Sie in den Finanzdienstleistungen arbeiten, dann geht es Ihnen materiell wahrscheinlich verdammt gut. Sie sind wohlgenährt, gut gekleidet und leben in einem Land, indem alles funktioniert. Wann immer ich gelangweilt bin, erinnere ich mich an den antiken Stoizismus, den Philosophen wie Seneca lehrten. So nutze ich negative Visualisierung. Ich stelle mir vor, was ich alles zu verlieren habe. Ich stelle mir ein Leben ohne all die Dinge vor, die mein Gehirn als selbstverständlich hinnimmt.

Wenn Sie also das nächste Mal vom Banking gelangweilt sind, sollten Sie sich vorstellen, wie Sie in Indien einen Wassergraben ausheben, in einer chinesischen Fabrik arbeiten oder in einer amerikanischen Kohlegrube schuften.

Das Leben hätte es schlechter mit Ihnen meinen können. Daher sollten Sie sich auf das konzentrieren, was Sie haben. Freuen Sie sich an dem, was Sie erreicht haben.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street“ (WilowWallStreet.com).

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