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1340 Jobs futsch: Hypovereinsbank verachtfacht Gewinn auf 1,3 Mrd. Euro

HypoVereinsbank

Es ist ein Trauerspiel: Soeben musste die Deutsche Bank ihren Verlust auf 735 Mio. Euro nach oben korrigieren und auch die Commerzbank verdiente 2017 unter dem Strich nur schmale 156 Mio. Euro – Peanuts für eine Großbank. Dass es auch anders geht, beweist die Hypovereinsbank. Die Münchner Tochter der italienischen Unicreditgroup hat am heutigen Freitag (16. März) klammheimlich ihren Geschäftsbericht für 2017 online gestellt. Demnach konnte das Unternehmen seinen Reingewinn auf gut 1,3 Mrd. mehr als verachtfachen.

Doch auch in München wachsen die Bäume nicht in den Himmel. So legten die Erträge nur um magere 1,7 Prozent auf knapp 5 Mrd. Euro zu. Der Hauptgrund für den Erfolg geht auf den dramatischen Personalabbau zurück. So musste 2017 jeder zehnte der noch 13.400 Mitarbeiter die Hypovereinsbank verlassen.

Entsprechend verringerte sich der Personalaufwand um 4,1 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Der Restrukturierungsaufwand in Höhe von stolzen 645 Mio. Euro hatte das Vorjahresergebnis stark belastet. Auch der Aufwand für geplatzte Kredite verringerte sich von 341 auf 195 Mio. Euro. Beides kam dem Reingewinn zugute.

Während sich die Erträge etwa gleichmäßig auf die beiden Geschäftsbereiche Corporate & Investment Banking und Filialgeschäft verteilen, wird im Firmenkundengeschäft das richtige Geld verdient. Die Corporate & Investmentbanker trugen allein 667 Mio. Euro zum Reingewinn bei, bei den Kollegen aus dem Filialgeschäft waren es 301 Mio. Euro. Der Rest stammt aus dem Bereich Sonstiges bzw. Konsolidierung.

Das harte Kostenmanagement spiegelt die für eine Großbank ungewöhnlich gute Aufwands-Ertrags-Quote von 65,7 Prozent wider. Für jeden Euro Ertrag mussten die Münchner also keine 66 Cent ausgeben. Im Vorjahr waren es noch fast 71 Cent gewesen. Ganz anders bei Deutscher Bank und Commerzbank, die in ihrem Operativen Geschäft Kostenquoten von 93,4 und 77,3 Prozent aufweisen. Dies zeigt, dass bei der Deutschen Bank auf der Kostenseite akuter Handlungsbedarf besteht.

Trotz des rigiden Sparprogramms scheinen die verbleibenden Mitarbeiter spürbar mehr als im Vorjahr zu verdienen. Im Corporate & Investment Banking kletterte der Personalaufwand pro Kopf beispielsweise um 8,9 Prozent auf knapp 216.000 Euro. Im Personalaufwand sind indes Arbeitgebernebenkosten wie Sozialabgaben enthalten, weshalb er nicht mit den Bruttogehältern verwechselt werden darf. Letztere liegen um knapp ein Fünftel unter dem Personalaufwand.


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