☰ Menu eFinancialCareers

Tom Montag: Mister Bank of America Merrill Lynch

Tom Montag Bank of America

Während Goldman Sachs noch immer darüber nachgrübelt, was beim einst großartigen Fixed Income Sales & Trading-Geschäft schiefgelaufen ist, entwickelt sich ein ehemaliger Goldmann bei der Bank of America Merrill Lynch zur Kultfigur. Es handelt sich um Tom Montag, den Chief Operating Officer der US-Bank. Er gilt schon als Mister Bank of America.

Während der Konzern eine Stellungnahme ablehnte, versichern Insider und Kollegen von Montag, er regiere das Globale Banking and Market-Geschäft mit eiserner Faust – wenn nicht sogar exzentrisch.

„Er ist schon ein Arbeitstier – eine Naturgewalt. Er trägt den gesamten Stress der Investmentbank auf seinen Schultern und die sind riesig“, erzählt ein Insider der Bank of America. „Es ist eine stattliche Figur. Alle um ihn herum sehen wie Zwerge aus.“

Obgleich Montag früher an der Schule ein wahrer Athlet war und einst mit der Vespa zur Arbeit fuhr, kann man ihn längst nicht mehr als gärtenschlank bezeichnen. Er misst über 1,80 Meter und wiegt mehr als 100 Kilo. Mancher behauptet sogar, sein Gewicht stelle schon ein Gesundheitsrisiko dar und daran sei u.a. sein voller Terminplan schuld. Bei Goldman Sachs hat Montag einst den Handel mit Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen in Asien geleitet. Noch heute soll der New Yorker 40 Wochen im Jahr auf Reisen sein, die meiste Zeit davon in Asien, das ihn besonders interessiert. Das Personal in den asiatischen Niederlassungen soll sich einen Spaß daraus machen, Schokolade an prominenten Positionen ihrer Arbeitsplätze zu deponieren, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen.

Irgendetwas muss Montag aber richtig machen. Laut den Analysten von KBW belief sich der Marktanteil der Bank of America 2017 im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren auf 12,5 Prozent. Das reichte für den dritten Platz nach JP Morgan mit 18,1 und der Citigroup mit 16,8 Prozent. Dagegen brachte es Montags früherer langjähriger Arbeitgeber Goldman Sachs auf nur 7,3 Prozent. Während Goldman Sachs und JP Morgan im vergangenen Jahr Marktanteile einbüßten, konnte die Bank of America zulegen.

Der Erfolg der Bank of America hängt zumindest teilweise mit ihrer starken Firmenkundenbasis zusammen. Da Montag jedoch als Chief Operating Officer einen großen Einfluss sowohl auf das Geschäft mit Firmenkunden und Institutionellen Anlegern als auch auf das gesamte Trading ausübt, scheint Montag einige Lorbeeren zuzustehen. Unter ihm hat die Bank of America das Risiko- und Kursstellungssystem „Quartz“ entwickelt, welches „SecDB“ von Goldman Sachs ähnelt. Weiter wurden die IT-Plattformen gestrafft, Kosten reduziert und das Mittelstandsgeschäft in den USA gestärkt. Montag hat dies bereits im Juni 2017 angekündigt, lange bevor sich Goldman Sachs im November zu einem ähnlichen Schritt aufraffte.

Trotz Gerüchten über angebliche Spannungen zwischen Montag und Bank of America-Chef Brian Moynihan hat er seinen potenziellen Nachfolger gelobt und befördert. So bezeichnete ihn Moynihan 2014 als „ziemlich smart“ und im Juli als besonders kostenbewusst gelobt. 2017 hat Montag mit 19 Mio. Dollar weniger als sein Chef verdient, der 23 Mio. Dollar einstrich. Allerdings hat Montag in den Jahren von 2010 bis 2015 regelmäßig mehr als Moynihan kassiert. Doch nicht jeder ist von Montag begeistert.

„Er hat das Geschäft durch die Straffung der Kosten auf Vordermann gebracht, aber er hat auch für Furcht gesorgt“, erzählt ein Vertriebsmitarbeiter der Bank of America. „Es dreht sich alles darum, zu Goldman Sachs aufzuschließen und es herrscht permanenter Druck“, ergänzt er. „Uns wurden sehr anspruchsvolle Ziele gegeben, was für ein unangenehmes und bedrohliches Umfeld gesorgt hat.“

Bei der Bank of America wird Montag von der ehemaligen Chefin des Fixed Income-Geschäfts von Goldman Sachs Sanaz Zaimi und dem ehemaligen Chef des Aktiengeschäfts von Morgan Stanley Fab Gallo unterstützt. Für Erstaunen sorgte, als Zaimi ihren Bruder Alireza 2014 holte, der im vergangenen Oktober zum saudischen Staatsfonds wechselte. Dagegen wird Gallo vorgeworfen, ehemalige Kollegen von Morgan Stanley geholt zu haben.

„Montag stellt schon eine starke Persönlichkeit dar“, erzählt ein Headhunter. „Und er mag es, andere Persönlichkeiten einzustellen. Es gibt eine Menge interessanter Leute in den Führungspositionen der Bank of America und es kann schon recht politisch zugehen. Die Unternehmenskultur ist sehr, sehr aggressiv und performance-getrieben.“

Montags Persönlichkeit kam bei einer Veranstaltung zum Vorschein, die sein Chef Moynihan in Disney World in Orlando organisiert hatte. „Montag verbrachte seine Zeit auf der Bühne vor allem damit, über Achterbahnen zu sprechen und uns seine Fotos von ihm selbst auf ihnen zu zeigen“, erzählt ein Mitarbeiter der Bank of America. „Es ist einfach ein riesiger Typ.“

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier