HSH Nordbank verkauft: Jetzt beginnt das große Zittern vor dem Arbeitskräfteabbau in Kiel

eFC logo
HSHNordbank_HamburgGebaeude

HSH Nordbank in Hamburg

Der desaströse Ausflug der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in die Großfinanz ist Geschichte. Soeben wurde der Verkauf der Landesbank für rund 1 Mrd. Euro an eine Investorengruppe um die Private Equity-Fonds von Cerberus und J.C. Flowers verkauft. Den maximalen Verlust für die Steuerzahler bezifferten der Schleswig-Holsteiner Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) auf maximal 10,4 bis 14 Mrd. Euro. Die Schlussrechnung wird aber erst in rund 30 Jahren präsentiert. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Aufsichtsbehörden und der EU-Kommission.

Unterdessen beginnt das Zittern bei den noch knapp 2000 Mitarbeitern der HSH Nordbank über die Pläne der zukünftigen Investoren. Besonders der Standort Kiel mit rund 750 Mitarbeitern scheint bedroht zu sein. „Es gibt keinerlei Zusagen, was den Standort Kiel betrifft“, sagte Günther bei der gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Bundesländer. Ein Abbau scheint durchaus denkbar. „Ob es dazu kommt, können wir heute noch nicht mit Sicherheit sagen.“

Der Größte Investor ist mit gut 40 Prozent Cerberus. Der US-Investor J.C. Flowers erwirbt weitere gut 33 Prozent. Bislang verfügte er bereits über einen Anteil von gut 5 Prozent. Kleinere Tranchen über knapp 12 Prozent und 7 Prozent gehen an Golden Tree Asset Management und Centaurus Capital. Gut 2 Prozent übernimmt die österreichische Bank BAWAG. Diese gehört bereits zum Cerberus-Imperium, hinter dem der US-Investor Stephen Feinberg steht. Die neuen Eigentümer sind schon in diverse Banken investiert. Dies ist wichtig, da die Aufsichtsbehörden Erfahrung in der Führung einer Bank voraussetzen.

„Für unsere Bank beginnt eine neue Zeitrechnung – unsere künftigen Eigentümer gehören zu den weltweit erfahrensten Finanzinvestoren im Bankensektor, vor allem in Deutschland und Kontinentaleuropa. Das wird uns zusätzliche Chancen eröffnen, im Wettbewerb ohne die bisherigen Auflagen der EU zu agieren“, sagte HSH Nordbank-Chef Stefan Ermisch.

„Cerberus hat einen umfangreichen Track-Record mit Blick auf Investitionen im europäischen und globalen Finanzdienstleistungssektor“, sagte David Teitelbaum, Leiter der European Advisory Offices von Cerberus. „Darum sind wir begeistert über diese neue Chance, als langfristig orientierter Anteilseigner bei der HSH Nordbank engagiert zu sein. Wir halten Deutschland für einen höchst attraktiven Investitionsstandort und sehen insbesondere langfristig gute Möglichkeiten im Firmenkundengeschäft."

Ähnliche Artikel

Close