Das ultimative Ranking 2018: Welche Schweizer Bank am besten zahlt und wo die Mitarbeiter ihr Geld auch wert sind

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Bezahlung Schweizer Banken

Mittlerweile haben die wichtigsten Schweizer Banken ihre Geschäftszahlen für 2017 vorgelegt. Damit ist wieder die Zeit für unser ultimatives Ranking gekommen: Welche Bank zahlt am besten und wo sind die Mitarbeiter ihr Geld auch wert? Unnötig zu erwähnen, dass die Leute mit den höchsten Gehältern nicht etwa die höchsten Gewinne generieren. Um nicht Rösti mit Fondue zu vergleichen, haben wir die vier Bereiche Investment Banking, Wealth Management, Asset Management und Filialgeschäft gesondert untersucht.

Investment Banking: Die sensationellen Gehälter der UBS

Für jeden ihrer gut 4800 Investmentbanker ließ die UBS 2017 die Kleinigkeit von 604.000 Franken springen – wahrlich keine Peanuts. Dabei handelt es sich allerdings um den Personalaufwand pro Kopf, der nicht mit den Bruttovergütungen verwechselt werden darf. Da der Personalaufwand Arbeitgebernebenkosten wie Sozialabgaben enthält, fällt er um etwa ein Fünftel höher als die Bruttovergütungen aus, wie das Beispiel Vontobel belegt.

Die Vergütungen erreichen bei der UBS allerdings nur diese schwindelerregenden Höhen, weil sie lediglich das Front Office umfassen. Die Mitarbeiter des Middle und Back Offcie sind im Corporate Center ausgelagert. Einen realistischen Wert dürften die Zahlen des Erzrivalen Credit Suisse bieten. Dort kassieren die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Investment Banking und Capital Markets (M&A, ECM, DCM) durchschnittlich 397.500 Franken. In Global Markets (Equity Sales and Trading, Debt Sales and Trading) liegt der Personalaufwand pro Kopf bei überschaubaren 216.000 Franken.

Trotz der hohen Vergütungen schwächelt das Investment Banking der Credit Suisse. In Global Markets generierte jeder Mitarbeiter gerade einmal einen Vorsteuergewinn von rein rechnerisch gut 38.000 Euro – hier kann man tatsächlich von Peanuts sprechen. Ihr Geld wert waren dagegen die rund 400 Investmentbanker von Vontobel, die durchschnittlich fast 293.000 Franken erwirtschafteten.

Die Aufwands-Ertragsquote stellt die beste Kennzahl dar, um die Wirtschaftlichkeit eines Geschäftsbereichs abzuschätzen. Auch hierbei landet Vontobel mit einer Quote von 65,8 Prozent auf dem ersten Platz. Für jeden Franken Ertrag musste die Bank also keine 66 Rappen auf den Tisch legen. Ganz anders in Global Markets der Credit Suisse. Mit einer Aufwands-Ertragsquote von 91,3 Prozent hat der Konzern hier ein ernsthaftes Profitabilitätsproblem. Falls die Sparte nicht schleunigst mehr verdient, führt an einem beherzten Personalabbau kein Weg vorbei.

Wealth Management: Amerikaner kassieren viel, haben es aber nicht verdient

Das Wealth Management stellt die Paradebranche des Finanzplatzes Schweiz dar. Doch das Geld verdienen andere. Während die UBS in Amerika für ihre Wealth Management-Mitarbeiter durchschnittlich fast 393.000 Franken springen ließ, waren es im Rest der Welt keine 244.000 Franken.

Wie schon seit Jahren ergibt sich beim Vorsteuergewinn pro Kopf das gegenteilige Bild. Hier schneiden die hochbezahlten Amerikaner mit einem Vorsteuergewinn von 93.000 Franken pro Kopf am schlechtesten ab. Allerdings konnten sie sich in den zurückliegenden Jahren deutlich verbessern. Die schlechter bezahlten Kollegen aus dem Rest der Welt generierten immerhin 237.500 Franken.

Mit einer Kostenquote von 69 bzw. 69,9 Prozent befinden sich Julius Bär und die UBS (außerhalb Amerikas) im grünen Bereich, der unterhalb der Marke von 70 Prozent beginnt. Das Wealth Management der Credit Suisse kann sich mit 70,8 Prozent ebenfalls sehen lassen. Alle übrigen haben noch Hausaufgaben vor sich.

Asset Management: Vontobel überall vorn

Aktien, Private Equity und Immobilien auf Rekordniveau. Asset Manager haben schon schlechtere Zeiten erlebt. Besonders viel Geld kassieren die Kollegen von Vontobel, für die die Bank durchschnittlich gut 425.000 Franken springen ließ. Und das, obgleich Einkommensmillionär Rajiv Jain bereits vor fast zwei Jahren bei Vontobel abmusterte. Der niedrige Wert von gut 216.000 Franken bei der Credit Suisse ist irreführend. Denn die Bank weist Wealth und Asset Management gemeinsam in einer Einheit aus.

Die hohen Vergütungen bei Vontobel scheinen gerechtfertigt. Mit einem Vorsteuergewinn von 402.000 Franken liegt die Bank jedenfalls mehr als 150.000 Franken vor der zweitplatzierten UBS.

Trotz der hohen Kosten liegt die Aufwands-Ertragsquote im Asset Management von Vontobel mit 62,5 Prozent voll im grünen Bereich. Dagegen fällt die Quote bei der Credit Suisse mit 78,5 Prozent zu hoch aus. Denn was passiert, wenn die Zeiten sich fürs Asset Management eintrüben? Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten lassen jedenfalls unruhigere Zeiten befürchten.

Filialgeschäft: Die unterschätzte Sparte

Im Filialgeschäft zahlt die UBS mit einem durchschnittlichen Personalaufwand pro Kopf von knapp 164.000 Franken am besten. Dies ist erstaunlich. Denn die Credit Suisse hat ihr Schweizer Filial-, Investment Banking- und Wealth Management-Geschäft in ihrer Swiss Universal Bank zusammengefasst. Von daher sollte hier eigentlich ein höherer Wert stehen. Auch bei der Zürcher Kantonalbank (ZBK) handelt es sich um Werte des Gesamtunternehmens, das ebenfalls Wealth und Asset Management, ja sogar Investment Banking enthält.

Das Schweizer Filialgeschäft stellt eine wahre Goldgrube dar. Während die Margen im Retailgeschäft des großen Kantons, Deutschland also, gering ausfallen, wird bei den Eidgenossen noch richtiges Geld verdient. Jeder der 5100 Filialmitarbeiter der UBS generierte 2017 beispielsweise einen Vorsteuergewinn von 309.000 Franken und damit mehr als die Investmentbanker von UBS, Credit Suisse oder ZKB. Selbst bei der letztplatzierten Credit Suisse sind es immerhin noch 140.000 Franken.

Obwohl die Vergütungen im Schweizer Filialgeschäft deutlich geringer als in den internationalen Vorzeigesegmenten ausfallen, schneidet es doch bei der Kostenquote deutlich besser als sämtliche anderen Bereiche ab. Selbst die letztplatzierte Credit Suisse liegt mit 65,9 Prozent noch im grünen Bereich. Bei der UBS sind es sogar schmale 56,1 Prozent.

Hier geht's zum Ranking aus dem vergangenen Jahr.

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