Hohe Gehälter, hohe Fluktuation: Sechs Punkte, die Mitarbeiter über die Vontobel-Ergebnisse wissen müssen

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Zeno Staub

Vontobel-Chef Zeno Staub hat 500 Mio. Franken in der Kriegskasse.

Nach den offiziellen Ergebnissen hat Vontobel 2017 einen Gewinneinbruch von rund einem Fünftel auf 209 Mio. Franken erlitten. In den Zahlen war 2016 jedoch ein Sonderertrag durch den Verkauf der Helvetia-Beteiligung und 2017 Sonderbelastungen durch Übernahmen enthalten. Um diese Effekte bereinigt erhöhte sich der Reingewinn um 12 Prozent auf knapp 218 Mio. Franken. Von dem Geldsegen bekommen offensichtlich auch die Mitarbeiter etwas ab.

1. Vergütungen steigen um 7 Prozent

Die durchschnittlichen Bruttovergütungen, Gehälter plus Boni, kletterten 2017 um 7 Prozent auf knapp 264.000 Franken. Für die einzelnen Bereiche enthält der Geschäftsbericht jedoch keine gesonderten Zahlen zu den Bruttovergütungen, sondern nur zum Personalaufwand. Aufgrund von Arbeitgebernebenkosten wie Sozialabgaben liegt dieser bei Vontobel mit durchschnittlich etwa 315.500 Franken um knapp ein Fünftel über den Durchschnittsvergütungen.

Mit gut 425.000 Franken Personalaufwand pro Kopf schnitt das Asset Management am besten ab. Allerdings ging es hier um keine 7 Prozent aufwärts. Auf Platz zwei landete mit knapp 301.000 Franken das Investment Banking, wobei das Plus hier immerhin gut 12 Prozent betrug. Den relativ höchsten Zuschlag erhielt erstaunlicherweise das Corporate Center, wo der Personalaufwand pro Kopf um gut 13 Prozent auf knapp 268.000 Franken zulegte.

2. Kräftige Verschiebung der Beschäftigung vom Back zum Front Office

Vontobel gehört zu den wenigen Banken, bei denen die Beschäftigung noch zulegt. Das Plus fiel mit 14 Stellen auf 1688 Beschäftigte jedoch denkbar bescheiden aus. Viel interessanter sind indes die kräftigen Verschiebungen vom Back zum Front Office. Während im Corporate Center 25 Stellen wegfielen, kamen 21 Stellen im Wealth Management, 10 im Investment Banking und 7 im Asset Management hinzu.

3. Fluktuation auffallend hoch

In der Bank scheint Unruhe zu herrschen. Dafür spricht jedenfalls die Fluktuationsquote, die mit 10,7 Prozent 2017 recht hoch ausfiel. Allerdings stellt dieser Wert schon eine Verbesserung gegenüber 2016 dar, als über 13,7 Prozent der Mitarbeiter abmusterten.

Für Unruhe spricht auch die hohe Einstellungsquote. Immerhin 220 Mitarbeiter sind weniger als ein Jahr im Unternehmen. Weitere 664 Mitarbeiter arbeiten weniger als fünf Jahre für Vontobel. Dagegen gibt es gerade einmal 97 Mitarbeiter, die länger als 20 Jahre bei der Bank beschäftigt sind.

4. Auch nach Abgang von Rajiv Jain verdient Vontobel im Asset Management am meisten

Trotz des Abgangs von Einkommensmultimillionär Rajiv Jain im Jahr 2016 bleibt das Asset Management auch weiterhin der Goldesel der Zürcher Bank. In dieser Sparte strich die Bank im vergangenen Jahr einen Vorsteuergewinn von knapp 163 Mio. Franken ein, was allerdings leicht unter dem Vorjahr lag. Dagegen sprang das Vorsteuerergebnis im Investment Banking um fast ein Drittel auf 112 Mio. Franken in die Höhe. Das Wealth Management verzeichnete immerhin ein Plus von 28 Prozent auf 60,5 Mio. Franken.

5. Kosten immer noch zu hoch

Obgleich sich die Zahlen von Vontobel im Branchenvergleich durchaus sehen lassen können, fallen die Kosten immer noch zu hoch aus. Die um Sondereffekte bereinigte Aufwands-Ertragsquote lag mit 74,3 Prozent lediglich 1,3 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahres. Für jeden Franken Ertrag musste die Bank also knapp 75 Rappen auf den Tisch legen. Ein akzeptabler Wert dürfte eher bei unter 70 Prozent liegen. Nach den unbereinigten Daten erhöhte sich die Aufwandsquote sogar von 68,2 auf 75,2 Prozent.

6. Kriegskasse prall gefüllt

Obgleich die Bank auf ein organisches Wachstums setzt, zeigte sich Bankchef Zeno Staub beim Analystencall aufgeschlossen gegenüber weiteren Akquisitionen im Schweizer Wealth Management. Der Bank stünden bis zu 500 Mio. Franken für weitere Akquisitionen zur Verfügung.

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