Bankenmeetings: Welche Zoom-Hintergründe jetzt besonders heiß sind

eFC logo
Bankenmeetings: Welche Zoom-Hintergründe jetzt besonders heiß sind

Wer vor einem Zoom-Call mit Kollegen und Vorgesetzten das Bücherregal im Hintergrund entsprechend präpariert, sollte sich das zweimal überlegen. Nachdem die Lockdown-Maßnahmen nun schon seit vier Monaten andauern und tausende Stunden von Videokonferenzen von zuhause aus absolviert wurden, hat sich ein Zoom-Hintergrund herauskristallisiert, mit dem man ganz besonders Eindruck machen kann: Ein Fenster.

Genau dieser Hintergrund war unlängst bei einem „Banking, Capital Markets and Advisory Call“ bei Citi EMEA zu sehen. Ende März hatte sich Philip Drury, Head of Banking für EMEA, noch von zuhause aus, mit Jeans und Hund zugeschaltet – nun war er im makellosen Anzug in einem Konferenzraum bei Citi in Canary Wharf zu sehen. An seiner Seite: Manolo Falco, der globale Co-Head of Banking.

Die unausgesprochene Botschaft war klar: Die Führungskräfte bei City sitzen nicht mehr zuhause in Hausschuhen herum.

Unklar ist, ob das auch auf Alison Harding-Jones zutrifft. Harding-Jones, Managing Director und Head of EMEA M&A bei Citi, war zu Beginn des Lockdowns in ihrem Haus auf dem Land interviewt worden – umgeben von vier Hunden und sechs Hühnern. Bei Citi macht man keine Angaben dazu, wer bereits wieder vor Ort im Büro arbeitet – rund 10 Prozent der Mitarbeiter in London sollen wieder in der Zentrale in Canary Wharf sein. Grund könnten die Abstandsregeln in Fahrstühlen in dem 42-geschossigen Hochhaus sein: Da nur vier Personen gleichzeitig in einen Aufzug dürfen, würde es Stunden dauern, alle Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zu befördern.

Die Fahrstuhlproblematik ist auch bei HSBC ein Thema: Aktuell sind von den 10.000 Mitarbeitern nur rund 350 Trader und führende Banker vor Ort im 42-geschossigen Londoner Büro. Zum Schreibtisch befördert zu werden, ist zum Privileg geworden – ein Privileg, das nur die wichtigsten in Anspruch nehmen können.

Anderenorts scheinen überraschenderweise konstant rund 10 bis 20 Prozent der Belegschaften in London und New York in den Büros zu sein. Morgan Stanley gab letzte Woche an, dass 10 Prozent der Mitarbeiter zurück seien. Bei JPMorgan liegt die Zahl eher bei 20 Prozent, bei Bank of America sind es 15 Prozent, bei Goldman Sachs sind es in London rund 12 Prozent, in New York jedoch nur 5 Prozent (Stand Ende Juni). Auf dem Trading Floor bei Goldman Sachs sind allerdings schon 25 Prozent der Mitarbeiter zurück und Jim Esposito, globaler Co-Head der Securities Division bei Goldman Sachs, will noch mehr Mitarbeiter zurückholen, um junge Kollegen einzuarbeiten.

Die wenigen, die schon zurück im Büro sind – oder auch gar nicht im Home Office waren – fühlen sich als Teil einer kleinen Elite. „Jedes Orchester braucht einen Dirigenten“, so ein Trader bei Goldman Sachs. „Im Home Office zu sein ist ok, wenn die wichtigsten Leute im Büro sind und dafür sorgen, dass nichts anbrennt.“

Im Büro zu sein könnte möglicherweise zum neuen Statussymbol werden, besonders jetzt, wo Praktikanten und junge Mitarbeiter in düsteren Zimmern mit zugezogenen Gardinen sitzen. Wenn mehr und mehr Leute ins Büro zurückkehren, könnte sich dies ändern. Einige US-Banken überlegen anscheinend, Trader, die im Home Office nicht den gewünschten Erfolg einfahren konnten, als erste zurück in die Büros zu beordern.

Fürs erste allerdings wird kaum jemand zurück ins Büro gezwungen. „Die meisten gehen freiwillig zurück“, so ein Trader bei Goldman Sachs in New York. Der Trading Floor sei allerdings immer noch recht leer – Grund ist die Urlaubszeit. Wer also beim nächsten Zoom Call nicht mit einem Bürofenster im Hintergrund aufwarten kann, der kann seinen Status vielleicht mit einem menschenleeren Strand in Florida – weit weg von den dortigen Virus-Hotspots – aufwerten.

Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available. Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)

Ähnliche Artikel

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close
Loading...