Nach dem Virus: „Sobald das Büro wieder aufmacht, bin ich der erste, der wieder dort ist“

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Nach dem Virus: „Sobald das Büro wieder aufmacht, bin ich der erste, der wieder dort ist“

Die Zeit im Home Office könnte das Arbeiten im Bankwesen nachhaltig verändern. Jetzt wo Banken erkannt haben, dass das Arbeiten von zuhause aus – auch unter widrigen Bedingungen – durchaus funktioniert, ist es gut möglich, dass Mitarbeiter in Zukunft häufiger neben ihren Haustieren arbeiten dürfen.

Und doch dürfte 100 Prozent Home Office nicht endlos anhalten. David Solomon, CEO von Goldman Sachs, denkt bereits darüber nach, „einige unverzichtbare Aufgaben“, etwa in Trading und Abwicklung wieder in die Büros zurückzuholen. James Gorman, CEO von Morgan Stanley, erklärte letzte Woche, dass es keine Eile gäbe, die Mitarbeiter, die zu 90 Prozent von zuhause aus arbeiten, zurück in die Büros zu holen – langfristig sei dies aber geplant. Ähnlich äußerte sich Mike Corbat von der Citi Bank.

Zu Beginn der Krise mussten Mitarbeiter oft gegen ihren Willen noch in die Büros kommen – gut möglich, dass es diese auch nach dem Virus nicht gleich zurück ins Büro zieht, auch wenn es Atemschutzmasken gibt, Abstand zwischen den Schreibtischen gehalten wird und man sich nur noch in eine Richtung bewegen darf.

Und dennoch gibt es einige, die lieber heute als morgen zur Normalität zurückkehren würden. In unserer neusten Umfrage, an der über 500 Befragte teilgenommen haben, gaben 35 Prozent an, dass sie die Situation in den letzten Wochen als „schwierig“ oder „sehr herausfordernd“ empfunden hätten – Grund waren oft die Umstellungen im Familienalltag, Kommunikationsprobleme oder Mängel bei der technischen Infrastruktur. „Fast alles ist schwieriger“, sagte ein Risk Manager bei JPMorgan in London, der Home Office und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen muss.

Doch beim Thema Kinder hört es nicht auf. Ein Consultant in New York erklärte, er wolle zurück ins Büro, sobald dieses wieder geöffnet wird. „Zurzeit sind alle im Home Office, aber sobald die Beschränkungen gelockert werden, sind die Führungskräfte die ersten, die wieder ins Büro gehen. Wer dann ebenfalls schon dort erscheint, hat sicher gute Karten. Ich werde alles daran setzen, dann Präsenz zu zeigen und mich unentbehrlich zu machen.“

Aufgrund der dünn besetzten Büros wird man nach dem Virus mit Kollegen, die in der Hierarchie weiter oben stehen, leichter in Kontakt kommen als zuvor. „Es wird leichter, über die üblichen Hierarchiegrenzen hinweg miteinander zu interagieren.”

Die Interaktion über Hierarchiegrenzen hinweg dürften die 60 Mitarbeiter, die zurzeit gemeinsam mit David Solomon im Goldman-Sachs-Büro in New York arbeiten, schon jetzt erleben. Die wenigen Gesichter, die der CEO im Lauf seines Arbeitstages sieht, dürften ihm in Erinnerung bleiben. Wem es gelingt, mit ihm zu plaudern, könnte ihn vielleicht sogar näher kennenlernen.

Ein Händler bei einer europäischen Bank in London berichtet, dass er während der Krise so oft wie möglich ins Büro gekommen sei, auch wenn andere Kollegen sich diesem lieber fernhielten. „Keiner will ins Büro kommen, aber die Bank setzt alles daran, es so sicher und komfortabel wie möglich zu gestalten. Man kann gratis parken, es ist kaum einer da, die Abstandsregelungen können mühelos eingehalten werden.“ Im Büro zu arbeiten mache zudem vieles einfacher: „Zuhause schaue ich aus dem Fenster und beobachte die Enten – an meinem Arbeitsplatz im Büro kann ich mich einfach viel besser konzentrieren.“

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