Wie man seine Banken-Karriere gegen die kommende Rezession absichert

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Wie man seine Banken-Karriere gegen die kommende Rezession absichert

Was bedeutet COVID-19 für Banking-Karrieren? Kurzfristig mögen die Jobs sicher sein: Banken wie Goldman Sachs, Citi, HSBC, Morgan Stanley und die Deutsche Bank haben zugesichert, auf den Abbau von Stellen zu verzichten, solange das Virus wütet. Langfristig wird man seine Stelle allerdings nur halten können, wenn man strategisch vorgeht.

In ihrem diesjährigen Blue Paper schreiben Analysten von Morgan Stanley und Oliver Wyman, dass die Erträge der Banken in diesem Jahr um 100 Prozent zurückgehen dürften – und zwar im „optimistischsten“ der von ihnen berechneten Szenarien. Im am „wenigsten optimistischen“ Szenario wird davon ausgegangen, dass die Erträge um 277 Prozent einbrechen, mit Kreditverlusten in Höhe von 200 bis 300 Milliarden $. In ihrem „zentralen Szenario“ gehen die Autoren davon aus, dass die durchschnittlichen Renditen für die gesamte Branche um 4 bis 5 Prozent sinken werden. Bei Banken im unteren Quartil dürften die Gewinne nahe Null sein.

Angesichts von COVID-19 werden Banken Dinge verändern müssen. Wer sich halten will, sollte sich auf diese Veränderungen einlassen.

Kurzfristig: Besser Makrotrading als Investmentbanking. Langfristig: Besser Investmentbanking oder Kreditbusiness als Makrotrading

Klar ist, dass es so gut wie unmöglich ist, zwischen Abteilungen im Front Office zu wechseln (und schon gar nicht zwischen Investmentbanking und Markt-Abteilung), aber das Blue Paper bietet Anhaltspunkte dafür, wie sich die COVID-19-Rezession im Zeitverlauf auf verschiedene Front Office-Jobs auswirken könnte.

Zunächst dürften Makrotrader (sowohl Kurse als auch Devisen) von der Volatilität und den „schweren Verwerfungen“ am Markt profitieren – andere Produktbereiche dürften hier das Nachsehen haben. Auf längere Sicht könnte es Makrotradern jedoch an den Kragen gehen, während Erträge aus Krediten, Aktien und dem Investmentbanking wieder steigen.

Obacht bei Jobs im Bereich Regulatory und Control

Egal welches der Szenarien sich am Ende bewahrheitet: Banken werden sparen müssen – und laut Blue Paper dürften dabei einige Bereiche besonders im Fokus stehen.

Die Analysten bei Morgan Stanley und Oliver Wyman schätzen, dass von den heutigen Kosten im Bankensektor nur 20 bis 30 Prozent flexibel sind. Realistischerweise können diese in nächster Zeit nur um 5 bis 10 Prozent gesenkt werden (zum Vergleich: nach der letzten Finanzkrise waren es 20 Prozent). Banken werden versuchen, Kosten dort zu senken, wo es am wenigsten wehtut – und etwa ‚strukturelle Ineffizienzen bei Infrastruktur und Control Functions‘ abbauen. „In diesen Bereichen 50 Prozent aller Stellen abzubauen ist ein realistisches Ziel”, meint einer der Analysten.

Vorsicht bei Jobs, die den technologischen Fortschritt voranbringen sollen

Wenn Banken darüber entscheiden, welche Dinge möglicherweise verzichtbar sind, dürfte bei einigen die Technologie-Agenda unter die Räder kommen. Das Blue Paper geht davon aus, dass Aufrüstungen in der IT aktuell 5 bis 10 Prozent aller Kosten im Bankensektor ausmachen – die Versuchung, hier zu sparen, dürfte folglich groß sein. Daher: Wer in langfristig angelegten Projekten arbeitet, die keinen unmittelbaren Nutzen bringen, sollte sich vorsehen.

Neu durchstarten im nachhaltigen Investment (ESG)

Das Blue Paper prophezeit, dass Investments in nachhaltig orientierte Unternehmen (Environmental, Social and Governance, kurz: ESG) durch COVID-19 neuen Aufwind erhalten. Die Nachfrage nach „green bonds“, nachhaltigen Investmentfonds, grünem Crowd-Funding und klima-orientiertem Risiko-Management dürfte in Zukunft steigen. Wer jetzt in diesen Bereich wechselt, dürfte auch im aufziehenden Sturm noch einen Job haben.

Empfehlenswert: Data Management und Cloud Jobs

Auch wenn einige Tech-Jobs gefährdet sein könnten, dürften Jobs in den Bereichen Data Management und Data Transformation sicher sein. Das Blue Paper geht davon aus, dass ein ‘sauberes, konsistentes und automatisiertes Datenmanagement‘ Kostenersparnisse in Höhe von 2 bis 4 Prozent ermöglicht.

Auch das Speichern von Daten in der Cloud könnte es Banken ermöglichen, ihre Technologie-Budgets ‚signifikant zu senken‘, da sie auf diesem Wege ‚weniger für Datenverarbeitung ausgeben, Point-to-Point-Interfaces ersetzen und ihr Release-Management besser weiterentwickeln und automatisieren könnten‘.

Jobs mit Bezug zu Cloud und Data dürften also sicher sein.

Zu einem Fintech wechseln

Zu guter Letzt prophezeit das Blue Paper, dass nach COVID die Stunde von Fintechs schlagen könnte, da Banken sich automatisieren müssen und darum auf deren Unterstützung angewiesen sind. Zwar werden sicher nicht alle Fintechs überleben, doch die Analysten gehen davon aus, dass jene in Bereichen wie Trade Execution – aktuell sehr im Kommen, nachdem die Fintechs der ersten Generation sich vor allem um Post-Trade-Services kümmerten – von der Sparwut der Banken profitieren könnten.

Viel Glück.

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