Trotz Corona: Banken intensivieren Suche nach Tech-Mitarbeitern

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Trotz Corona: Banken intensivieren Suche nach Tech-Mitarbeitern

Es sind über zwei Wochen vergangen, seitdem die Weltgesundheitsorganisation WHO COVID-19 zur Pandemie erklärt hat. Auch wenn die Neueinstellungen in der Finanzbranche zurückgehen, gibt es dennoch Sparten, in denen weiter Bewerber gesucht werden, etwa im Technologie-Bereich.

Noch vor zwei Wochen gab es kaum Anzeichen dafür, dass Banken infolge des Virus ihre Recruitment-Aktivitäten einschränken würden. Zahlen von Thinknum Alternative Data belegen, dass die Zahl der veröffentlichten Stellenausschreibungen von Citi, Goldman und Morgan Stanley in den USA zwischen dem 1. und 13 März jeden einzelnen Tag über dem Tagesdurchschnitt aus dem März 2019 lag. Gleiches gilt für Morgan Stanley, Goldman und Citi in Großbritannien.

Letzte Woche jedoch kam der Einbruch. Personaler sagen, dass weniger eingestellt werde, vor allem im Front Office. „Die einzigen Neueinstellungen, die wir im Moment erleben, sind solche, die schon vor Corona unter Dach und Fach gebracht wurden“, so ein Fixed-Income-Recruiter. „Ansonsten liegt alles auf Eis.“ Im Tech-Bereich sieht dies allerdings anders aus – hier läuft die Bewerbersuche auf Hochtouren.

Ahsan Iqbal, Director of Technology beim Personalvermittler Robert Walters in London, erklärt dass das Recruitment im Tech-Bereich Anfang des Monats zurückgegangen sei, jetzt aber wieder anziehe. „Wir erleben bei Klienten aus dem Finanzsektor keine verstärkte Nachfrage nach Bewerbern aus den Bereichen Software Development, Security, Dev-Ops, Cloud und Digital Platforms“, so Iqbal. „Es gab hier eine Unterbrechung, aber jetzt werden wieder Leute gesucht.“

Adam Francis vom Personalvermittler Experis in London, stimmt zu. „Um im Vokabular der Finanzmarkt-Techs zu bleiben: Der Markt für Softwareentwickler ist bisher extrem resilient“, erklärt er.

Dass im Tech-Bereich weiter eingestellt wird, liegt nach Auskunft von Personalern daran, dass es bei diesen Berufsgruppen naturgemäß einfacher sei, diese auf digitalem Wege kennenzulernen und einzuarbeiten.

„Wird ein erfahrener Software Engineer gesucht, dann gibt es üblicherweise ein dreistufiges Bewerbungsverfahren – Telefoninterview, Online-Programmieraufgabe und persönliches Vorstellungsgespräch. Jetzt gibt es statt dem persönlichen Gespräch eine Video-Konferenz“, so Francis. Dass Unternehmensführung und Mitarbeiter dieser Tage im Home Office arbeiten, hat seiner Meinung nach zu zusätzlichen Kapazitäten für das Thema Neueinstellungen geführt. „Alle haben mehr Zeit und Ruhe, um Bewerbergespräche vorzubereiten und durchzuführen, und Angebote auszuarbeiten.“

Iqbal bestätigt dies. „Dass nicht mehr vor Ort im Büro gearbeitet wird, macht kaum einen Unterschied – Unternehmen führen Vorstellungsgespräche und Onboarding einfach über Zoom oder Skype durch. Die Ausstattung kommt per Post und neue Mitarbeiter fangen einfach bei sich zuhause an zu arbeiten.“ Er fügt hinzu, dass einer seiner Klienten aus dem Finanzsektor in den letzten Wochen 10 bis 15 neue Tech-Mitarbeiter eingestellt habe.

Nicht alle sind so optimistisch. Bei JPMorgan wurden neue Mitarbeiter zunächst für mindestens einen Monat bei laufenden Bezügen freigestellt. Ein Tech-Mitarbeiter der Bank sagte, dass weiterhin Bewerbungsgespräche mit internen wie externen Bewerbern laufen, dass es jedoch schwierig sei, Neueinstellungen zu finalisieren. Bei Goldman Sachs handelt es sich bei 40 Prozent der aktuell auf der Unternehmenswebsite ausgeschriebenen Stellen um Jobs im Tech-Bereich – im Januar waren es noch 44 Prozent.

Sollte der aktuelle Stillstand des öffentlichen Lebens mittelfristig bestehen bleiben, so könnte sich dies jedoch ändern. Francis erklärt, dass es in den nächsten Monaten sogar noch mehr Stellen im Tech-Bereich geben könnte. „Der Bedarf an Leuten aus den Bereichen Cyber Security und IT Risk and Audit dürfte noch steigen – zum einen, weil alle von zuhause aus arbeiten, zum anderen, weil im Zusammenhang mit COVID-19 immer mehr betrügerische Aktivität zu verzeichnen ist“, mutmaßt er.

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