Folgen des Coronavirus: Mehr Jobs für Manager von aktiven Anlagen

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Folgen des Coronavirus: Mehr Jobs für Manager von aktiven Anlagen

Ich arbeite seit Langem in der Finanzbranche, habe die Asienkrise miterlebt, die Dot-Com-Blase, den 11. September und die Finanzkrise. Doch was sich im Moment an den Märkten abspielt, habe ich noch nie gesehen.

Es gibt auf Börsenmärkten für eigentlich alles Blaupausen und Ursache-Wirkungs-Ketten. Doch was im Moment passiert, hat noch niemand erlebt. Früher gab es Börsencrashs, die bestimmte Branchen trafen, und wo es zeitweilig normal war, dass Aktenindizes von Tag zu Tag um 10 Prozent schwankten – dass es allerdings alle gleichzeitig trifft, wie aktuell, ist noch nie vorgekommen.

Die Welt wie wir sie kannten wird es nach dem Coronavirus nicht mehr geben. Noch nie gab es etwas, das jede und jeden einzelnen weltweit von uns so direkt betroffen, besorgt und beängstigt hat. Jetzt wird uns bewusst, dass Gesundheit, Familie und Freunde uns allen wichtig sind – eine Einsicht, die uns verbindet und uns voranbringen wird.

Ich persönlich war schon lang der Meinung, dass aktiv gemanagte Fonds ein Comeback erleben würden. Im Oktober habe ich mich in einer Mail wie folgt geäußert: „Es wird zurzeit viel darüber geredet, Volumina aufzustocken und nicht aktiv, sondern passiv anzulegen. Auch wenn es immer mehr passive Fonds gibt, so sollte man bedenken, dass aktive gemanagte Fonds besser vor Einbrüchen geschützt sind. Ich bin überzeugt davon, dass sich dies in der Zukunft irgendwann auszahlen und im Abschneiden der Anlagestrategien niederschlagen wird.“

Wenn sich die Märkte jetzt wieder berappeln, werden meiner Meinung nach die Vorteile von aktiv verwalteten Anlagen offensichtlich. Dann werden wir die jetzige Situation im Rückblick betrachten können.

Beim aktiven Verwalten kann, je nach Auftrag, auch Bargeld gehalten werden und aktive Manager sind weniger an Index-Schwankungen gebunden. Die Möglichkeit, bestimmte Aktien oder Branchen unter- oder überzugewichten sowie die Möglichkeit, Bargeld zu halten, führt zu einer besseren Performanz, die wiederum die höheren Kosten für kluge Fondsmanager mehr als rechtfertigt.

Wir müssen uns jetzt einstellen auf eine längere Zeit der Ungewissheit und weitere Schwankungen. Doch wir werden das überstehen und es wird Aktien und Branchen geben, die wegweisend sein werden. Klar ist: Die wirtschaftlichen Folgen könnten sich über Jahre hinziehen.

Wenn wir in Zukunft irgendwann zurückblicken, werden wir merken, dass es anders gegangen wäre. Bei jedem Börsen-Ausverkauf oder Markteinbruch ist die Performanz von langfristigen Anlagen von „V“ am wenigsten betroffen. Dank technologischer Fortschritte können wir unsere Geschäftstätigkeit aufrechterhalten und in bestimmten Branchen können wir ohne weiteres auch von zuhause aus tätig sein. Dies wird die Art und Weise, wie wir in Zukunft arbeiten, verändern. Wenn das durch den Virus ausgelöste Chaos vorbei ist, wird es sehr viel mehr Leute im Home Office geben als vorher – und mehr Stellen für Asset Manager.

Juan-Carlos Rhodes ist Trader bei einer US-amerikanischen Bank. Bei dem Text handelt es sich um eine überarbeitete Fassung einer Nachricht an seine Kunden aus der vergangenen Woche.

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