Arbeiten im Private-Equity-Bereich: Das sind die Schattenseiten

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Arbeiten im Private-Equity-Bereich: Das sind die Schattenseiten

Junge Spitzen-Banker mit exzellentem Uni-Abschluss und großen Karriereplänen zieht es häufig in die Private-Equity-Branche. So weit, so gut. Allerdings sollten Bewerber die Augen vor der Realität nicht verschließen.

Hui Chan und Sören Haefcke, beide Vice-Presidents bei Bain Capital, räumten diese Woche in einem Vortrag auf der Alternative Investment Conference ein, dass es zweifellos reizvoll ist, im Private Equity zu arbeiten. Gleichzeitig gäbe es auch weniger schöne Seiten: Enorm viel Arbeit, die manchmal nur für den Papierkorb ist.

„Wir werten tonnenweise Investmentmöglichkeiten aus, entscheiden uns dann aber nur für einige wenige“, so Haefcke. Bain Capital prüfe jedes Jahr „hunderte, vielleicht tausende von Geschäftsmöglichkeiten – in vielen Fällen lehnen wir sie frühzeitig ab“.

„Ein einzelner Mitarbeiter macht im Jahr vielleicht ein oder zwei Abschlüsse – und es kommt auch vor, dass man keinen einzigen macht“, so Haefcke. „Das ist die Realität.“ Und diese kann zu „jeder Menge Frust“ führen – dann etwa, wenn sich die Arbeit eines ganzen Jahres als umsonst erweist.

Abschlüsse können, so Chan, aus einer Reihe von Gründen scheitern: Etwa, wenn sich im Nachhinein zeigt, dass die Produkte eines Unternehmens doch nicht so gut sind. Oder wenn man von einem anderen Interessenten überboten wird. Oder wenn sich herausstellt, dass es mit dem Management des Unternehmens, in das investiert werden soll, Differenzen über den künftigen Kurs gibt.

„Gemeinsam mit dem Managementteam oder dem Gründer wollen wir Unternehmen innerhalb von fünf Jahren auf das nächste Level bringen“, so Chan. „Dies ist kein Selbstläufer. Wenn das Management sich sträubt, kann es kaum gelingen.“

Was machen Private-Equity-Fonds?

Chan und Haefcke gingen in ihrem Vortrag auch darauf ein, was es bedeutet, bei einem Private-Equity-Fonds (in diesem Fall bei Bain Capital) zu arbeiten.

„Wir investieren in Unternehmen“, so Haefcke. „Wir sichern uns die Mehrheit der Anteile, halten diese für fünf bis sieben Jahre und verkaufen dann wieder.“

Nach Angabe der Vice-Presidents agiert Bain Capital etwas anders als konkurrierende Private-Equity-Fonds. Das Unternehmen, das in Europa vier Fonds betreibt, versucht konventionelle Sichtweisen zu durchbrechen: Man investiert gerade in Unternehmen, die unter Wert laufen, oder die „mehr sein könnten, als das was sie sind“, und bringt sie auf Gewinnkurs. „Wir sind ein recht intellektueller Haufen. Wir sind Überzeugungstäter an Stellen, an denen andere aufgeben würden… Wir sehen schwächelnde Branchen und beschließen, sie innerhalb von wenigen Jahren wieder auf Vordermann zu bringen. Das ist unsere Art, Dinge zu tun”, so Chan. „Wir gehen weiter als andere Private-Equity-Fonds und sehen Werte, wo sie nicht offen ersichtlich sind.“

Bain Capital ist ein Ableger von Bain Consulting und hat immer noch eine stark operative Ausrichtung. Hat man ein Unternehmen erfolgreich aufgekauft, wird eng zusammengearbeitet, um das Geschäft effektiver zu machen. Chan und Haefcke arbeiten nicht im operativen Bereich, sondern im Investment – und dennoch sagt Chan, dass sie immer wieder von CEOs gefragt wird, wie man ein Unternehmen auf Wachstumskurs bringen kann. „Ich bin eine Art Sparringpartner, denn: Als CEO ist man oft ziemlich einsam.“

Laut Haefcke kann Bain Capital den Wert der angekauften Unternehmen verdreifachen. Dies dürfte die eingangs erwähnte Frustration definitiv wettmachen.

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