Deutsche Bank hat in Deutschland die Kurve gekriegt – so der Chef des Investmentbanking

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Der Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank ist zuversichtlich, dass die mit der Restrukturierung verbundene Unsicherheit vorbei ist und sich die Bank nach einem schwierigen Jahr im Heimatmarkt wieder nach oben arbeiten wird. Die Deutsche Bank fiel 2019 im deutschen Ranking der Einnahmen aus dem Firmenkundenbereich vom zweiten auf den vierten Platz. Blickt man auf die Einnahmen aus M&A-Aktivitäten, rangiert die Bank nach Angaben von Dealogic nur auf Platz 7.

Patrick Frowein, Head des Deutsche Bank-Investmentbanking im deutschsprachigen Raum, sagt dass die Bank nach der Restrukturierung im vergangenen Jahr das Zeug dazu hat, ihr Standing zu verbessern. „Zwischen Platz 2 und Platz 4 erleben wir ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wichtiger ist, dass wir vor Ort ein sehr solides Team haben. Wir sind lokal stark aufgestellt, das Führungsteam besteht seit drei Jahren, ungeachtet der Veränderungen im Gesamtkonzern.“

Das Firmenkundengeschäft steht weiter unter der Führung von Berthold Fürst, der den Bereich bis letztes Jahr gemeinsam mit Frowein geleitet hatte. Letzterer war 2019 auf seine aktuelle Position befördert worden.

Die Deutsche Bank hat ihr Firmenkundengeschäft in Frankfurt in den letzten Jahren ausgebaut und eigene Branchenteams gegründet (für Automobil-, Industrie-, Immobilien-, und FIG-Kunden), doch laut Frowein ist dies nicht Teil einer konzertierten Aktion. Die Bank plant 2020 in Deutschland keine großen Neueinstellungen. „Uns geht es nicht darum, in unserem Heimatmarkt Mini-Sektor-Teams aufzubauen. Für uns zählt vielmehr, gute Banker zu finden – und uns ist bewusst, wo in Europa diese sind.“ So sitzen Jochen Gehrke, Co-Chef des Deutsche Bank-Automobilgeschäfts für EMEA und Philipp Leising, Chef des Industrie-Geschäfts in EMEA, beide in Frankfurt.

Die neue Strategie der Deutschen Bank sieht vor, Kunden aus dem Tech-Bereich weltweit zu beraten – von Fragen zu M&A bis hin zum Transaktionsbankgeschäft. Deutschland ist zudem der größte Markt der neugegründeten Unternehmensbank unter der Führung von Stefan Hoops.

Große US-Banken wie Goldman Sachs und BofA Securites haben M&A-Teams speziell für mittelständische Unternehmen aufgebaut, was Frowein jedoch für einen Fehler hält. „Viele mittelständische Unternehmen machen nie einen M&A-Deal, es besteht also das Risiko, dass Banken eigene M&A-Teams schaffen und dann feststellen, dass sich diese nicht rentieren.“

Die Deutsche Bank verfolgt in ihrem Deutschlandgeschäft laut Frowein einen anderen Ansatz. „Wir schauen uns die 1.000 größten Kunden an und fragen unsere Firmenkunden-Kollegen, welche davon voraussichtlich Bedarf an Lösungen in den Bereichen Kapitalmarkt oder M&A haben.“

Henning Wagner, einer der Investmentbanker der Deutschen Bank in Frankfurt, kümmert sich um Firmenkunden-Produkte für diese Gruppe. Die Bank räumt ein, dass im Zuge der Restrukturierung Marktanteile verloren wurden – der neue Kurs musste den Kunden erst zeitaufwändig erklärt werden, allen voran im Aktiengeschäft, wo die Bank ihre Cash-Aktien-Plattform aufgegeben hatte.

„Das Aktiengeschäft zieht wieder an, weil unsere damit betrauten Sales- und Research-Teams jetzt zielgerichteter arbeiten können und sich nicht mehr um das nachgelagerte Sales und Trading kümmern müssen“, sagt Frowein und verweist zur Rechtfertigung dieses Modells auf die Rolle der Deutschen Bank beim Börsengang des französischen Flaschenherstellers Verallia. Er sei zuversichtlich, dass dies neue Mandate in Deutschland nach sich ziehen werde. „Die Kunden haben die neue Strategie jetzt geschluckt und wir erleben viel positiven Schwung“, so Frowein.

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