Händler, der wegen geringem Verlust gefeuert wurde, erteilt französischer Bank Retourkutsche

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Händler, der wegen geringem Verlust gefeuert wurde, erteilt französischer Bank Retourkutsche

Es ist schon lang her, aber wer in den letzten zehn Jahren die Bankenbranche in ihren Einzelheiten mitverfolgt hat, wird sich vielleicht noch daran erinnern: 2013 wurde ein Trader wegen eines „relativ unbedeutenden“ Verlustes von 19 Millionen aus dem Vorjahr gekündigt.

Der Trader heißt Lionel Crassier und er scheint sich mittlerweile erfolgreich neu erfunden zu haben: Als Software/Algorithm Consultant in Zürich steht er für er eine Karriere, die viele Aktienhändler gern hätten. 2012, als BNP Parisbas-Aktienhändler für US-Aktien in New York, hatte Crassier sich etwas vergaloppiert und eine Overnight-Handelsposition von 65.000 Mini-Futures geschnürt, die seine 100-Millionen-Euro-Overnightgrenze sprengte und den Verlust verursachte, in dessen Folge er seinen Job verlor.

BNP wollte sich zunächst nicht komplett von Crassier trennen. Wie Medienberichte von damals zeigen, wollte die Bank Crassier aufgrund seines „schlechten Urteilsvermögens im Trading“ mit sofortiger Wirkung von New York nach Paris zurückversetzen. Erst nachdem er zurück in Paris war, entschied sich BNP, Crassier nach 19 Jahren bei der Bank zu entlassen. Wie Kollegen in Paris der Financial Times gegenüber angaben, sei sein Büro eines Tages leer gewesen – es hieß, er sei in Meetings. Crassier gab später einen Ausstand, an dem allerdings keiner der Senior Manager teilnahm.

In ihrem Kündigungsschreiben wirft BNP Crassier „schwache Analysen und einen eklatanten Mangel an Wachsamkeit“ vor, sein Fokus habe nur auf den Volumina und nicht auf dem Wert seiner Positionen gelegen und er habe die Positionen nicht in Echtzeit verfolgt. Crassier wehrte sich vor Gericht und erklärte, unrechtmäßig gekündigt worden zu sein. BNP habe es ihm unmöglich gemacht, das zu tun, „wofür er brenne“.

Letzte Woche gewann Crassier vor Gericht in Paris. Er hatte 3,5 Millionen Euro gefordert und bekam lediglich 1,3 Millionen, doch nach beinahe acht Jahren ist es dennoch eine Art Rachefeldzug. Crassier kann sich damit trösten, noch rechtzeitig den Absprung aus dem Aktienhandel geschafft zu haben. Es gibt unzählige andere Ex-Aktienhändler, die liebend gern als Digital Consultants in der Schweiz tätig wären – Crassier hat von BNP wohl den nötigen Anstoß bekommen.

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