100-Stunden-Wochen für Banker, 70-Stunden-Wochen für Trader?

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100-Stunden-Wochen für Banker, 70-Stunden-Wochen für Trader?

„Und wie sind die Arbeitszeiten…?“ – Wer ins Bankwesen einstiegen will, sollte dies im Vorstellungsgespräch niemals fragen. Außerhalb von Vorstellungsgesprächen ist es allerdings eine durchaus vernünftige Frage. Schließlich ist allgemein bekannt, dass die Arbeitszeiten im Bankwesen lang sind.

Arbeitszeiten im Investmentbanking

Wer im Bereich Investmentbanking arbeitet, kann in ruhigen Phasen mit 65 bis 70 Stunden pro Woche rechnen. In besonders arbeitsintensiven Phasen, etwa während dem Abschluss eines Deals, können es jedoch bis zu 100 Stunden werden (inklusive Wochenenden und Nächten).

Geografisch betrachtet, gibt es in New York etwas mehr Überstunden. Die Arbeitszeiten sind lang, ganz gleich ob man im Bereich M&A, im Bereich Eigenkapital (Equity Capital Markets) oder im Bereich der Unternehmensanleihen (Debt Capital Markets) arbeitet. Entscheidend ist der Endkunde: Private-Equity-Gesellschaften sind sehr viel fordernder als Konzerne und treiben ihre Ansprüche oft bis ins Gnadenlose.

Analysten und Associates im Investmentbanking arbeiten am längsten. Eine spürbare Verringerung der Arbeitszeit gibt es tatsächlich nur mit fortschreitender Berufserfahrung – also dann, wenn das VP-Level oder höheres erreicht wird. Was das Arbeitsvolumen besonders schmerzhaft macht, sind nicht nur die langen Arbeitszeiten an sich, sondern auch deren Unvorhersehbarkeit. Wer nie weiß, wann Überstunden anstehen, kann sein Sozialleben kaum verlässlich planen – anders als im Bereich Sekundärmarkt, wo man in seinem gesamten Berufsleben nur selten mal am Wochenende arbeitet.

Arbeitszeiten in Sales und Trading

Zum Vergleich: In den Bereichen Sales und Trading bewegen sich die Arbeitszeiten zwischen 50 und 70 Stunden pro Woche, wobei der Durchschnitt deutlich näher bei 50 als bei 70 liegt. Wo genau sich die Arbeitszeiten einpendeln, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Geografisch betrachtet sind die Arbeitszeiten in Hong Kong am längsten, gefolgt von London und New York.

Die Gründe sind kulturell, hängen aber auch mit den Zeitzonen zusammen. Der Arbeitstag in London (und Kontinentaleuropa) umfasst sowohl das Handelsende in Asien als auch die Börsenöffnung in den USA. Wer Kunden oder Märkte in verschiedenen Regionen abdeckt, wird also früh anfangen und abends lange bleiben müssen.

Aufgrund der Vielschichtigkeit der asiatischen Märkte wollen Kunden dort oft von einem regionalen Spezialisten betreut werden, was besonders gnadenlose Arbeitszeiten zur Folge hat.

Was die Arbeitszeiten in den Bereichen Sales und Trading zudem beeinflusst: Die Rolle (Research gilt als am schlimmsten, Trading gilt als am besten, und Sales liegt dazwischen), die Anlageklasse (Arbeitszeiten sind bei festverzinslichen Anlagen normalerweise länger als bei Aktien), und das Produkt (Derivate, die over-the-counter-Produkte nutzen, müssen nicht während der Börsenzeiten gehandelt werden).

Allgemein gilt: Wer Überstunden geringhalten will, fährt vermutlich mit einer Karriere im Bereich Cash Equities in London am besten (wobei genau diese Stellen im Zuge der Automatisierung wegfallen). Wer sich selbst kasteien will, sollte als Investmentbanker in New York arbeiten.

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