GASTBEITRAG: Wie die Arbeitszeiten in der Strategieberatung ausfallen

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GASTBEITRAG: Wie die Arbeitszeiten in der Strategieberatung ausfallen

Photo by chuttersnap on Unsplash

Eine Frage wird mir regelmäßig gestellt: „Wie fallen die Arbeitszeiten bei den Top-Strategieberatungen wie etwa den MBB aus (McKinsey, Boston Consulting Group und Bain)?“ Als ich von einer Bank zu einer MBB-Gesellschaft wechselte, war ich mir ebenfalls nicht sicher, was mich dort erwarten würde.

Wer mit den Arbeitszeiten in den Investmentbanken vertraut ist, hält die in den Strategieberatungen wahrscheinlich für einen Spaziergang im Park.

Tatsächlich gibt es Vorteile. Die Arbeitszeiten bei den Strategieberatungen haben die Vorteile von erstens: dass Sie wieder Ihre Wochenenden zurückerhalten, zweitens, dass die kompletten Nachtschichten sehr selten sind (außer Sie arbeiten an der Due Diligence mit einem sehr großen Private Equity-Fonds) und drittens, dass Sie eine viel bessere Kontrolle darüber haben, mit wem Sie zusammenarbeiten.

Somit scheinen die Arbeitszeiten wirklich besser als im Investment Banking auszufallen. Dennoch bedeuten eine 70- bis 80-Stunden-Woche, dass man verteilt über fünf Tage 14 bis 16 Stunden am Tag arbeitet. Darüber hinaus gibt es im Consulting kaum Leerlauf. Ihnen bleibt also keine Zeit für eine halbstündige Kaffeepause, ein wichtiges Telefonat zu tätigen oder um schnell mal loszulaufen und ein dringend benötigtes Deodorant zu kaufen. Da man fast die ganze Woche weg von zuhause ist, müssen Sie alle Ihre privaten Angelegenheiten am Wochenende erledigen.

Wie die übliche Arbeitswoche eines Strategieberaters aussieht:

Das Hauptziel eines Management-Consultants besteht zwar darin, großartige Arbeit abzuliefern, doch am Ende dreht sich alles darum, die Kunden zufriedenzustellen. Daher ist Ihr Terminplan stets voll und Ihre Arbeit unvorhersehbar, denn Sie müssen immer bereitstehen, wenn der Kunde in der letzten Minute noch irgendetwas wünscht.

Obgleich es keinen Standardterminplan gibt, habe ich hier den Ablauf einer durchschnittlichen Woche zusammengestellt.

Sonntagabend

21 Uhr: Sie packen Ihren Koffer und bestellen für den kommenden Morgen ein Taxi zum Flughafen.

22 Uhr: Sie haben noch sieben Stunden, bis Ihr Wecker klingelt! Hoffentlich haben Sie am Samstagabend nicht allzu viel gefeiert, denn dann könnte der Schlaf schwer fallen.

Montag

5.30 Uhr: Sie nehmen das Taxi zum Flughafen und beantworten E-Mails.

6.15 Uhr: Sie passieren die Sicherheitskontrolle.

7 Uhr: Glück gehabt. Sie besitzen Priority Boarding. Finden Sie Ihren Platz und arbeiten Sie etwas an Ihrem Laptop, während die übrigen Passagiere zusteigen.

8.30 Uhr: Sie landen, schalten Ihr Smartphone ein, verstauen Ihren Laptop und die schallmindernden Kopfhörer.

9 Uhr: 30 Minuten dauert die Taxifahrt zum Kunden. Falls erforderlich, können Sie die Zeit nutzen, um Ihrer Präsentation den letzten Schliff zu verleihen, die Sie um 10 Uhr mit Ihrem Kunden besprechen wollen.

9.30 Uhr: Sie kommen beim Kunden an und lassen sich in der Kaffeeküche nieder.

10 Uhr: Sie treffen sich mit den drei Kontaktpersonen Ihres Kunden für ein Update.

11 Uhr: Sie treffen sich mit Ihrem Projektleiter und besprechen, wie Sie die Kundenwünsche implementieren, womit Sie umgehend beginnen.

13 Uhr: Heute erlaubt Ihnen Ihr Terminplan ein halbstündiges Mittagessen in der Kantine.

14 Uhr: Sie schauen sich die wichtigsten Punkte Ihrer Agenda an und bringen den Flipchart auf neuesten Stand.

15 Uhr: Sie prüfen und integrieren die neuen Charts in Ihre Präsentation, die Sie von Ihren Graphikern für das Problemlösungsmeeting mit Ihrem Partner zurückerhalten haben.

16 bis 17 Uhr: Sie treffen sich mit einem Ihrer jüngeren Kollegen und stellen ihm den Projektstand vor. Sie danken Ihm für seinen Input und stimmen den Termin für ein weiteres Meeting ab.

17 Uhr: Sie produzieren zwei weitere Charts, in die Sie die Kernpunkte des Gesprächs aufnehmen.

18 Uhr: Sie fahren mit dem Taxi (20 Minuten) zu Ihrem örtlichen Büro, wobei Sie einige kleinere Angelegenheiten abarbeiten.

19 bis 23 Uhr: Sie bringen Ihre Projektleiter auf neuesten Stand, wobei die Analyse noch am gleichen Abend abgeschlossen werden muss. Sie erledigen einige weitere Aufgaben.

23 bis 24 Uhr: Sie nehmen ein Taxi ins Hotel. Auf dem Weg dorthin rufen Sie Ihre Freundin bzw. Freund an oder Ihre Familienmitglieder.

Während Montag bis Donnerstag meist ziemlich vollgeladen sind, geht es freitags ein wenig entspannter zu. Womöglich können Sie sogar von zuhause aus arbeiten. Nur selten arbeiten Sie noch nach 20 Uhr.

Somit arbeiten Sie im Consulting nur selten die Nächte durch oder mehr als 90 Stunden. Ihre Work-Life-Balance hängt sehr von den jeweiligen Teams und Projekten ab. Wenn Sie diese klug auswählen, können Sie Ihre Work-Life-Balance deutlich verbessern. Dennoch dürfen Sie bei den großen Strategieberatungen keine 50-Stunden-Woche erwarten.

Bei MBBgamepPlan.com handelt es sich um einen Blog und ein Recruitment-Website, die Studenten und jungen Berufstätigen beim Einstieg ins Consulting hilft.

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