Die ehemaligen Goldmänner hinter dem Frankfurter Fintech Flatex

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Die ehemaligen Goldmänner hinter dem Frankfurter Fintech Flatex

Das neue Domizil von Goldman Sachs in Frankfurt. Foto: © Pecan Development

Die Frankfurter Fintech Group steht samt ihres Online-Brokers Flatex zum Verkauf. Nach dem Handelsblatt können Investoren ihre Angebote bis zum morgigen Dienstag (20. August) abgeben. Dabei wird so großen Namen wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und UOB-Bank aus Singapur Interesse nachgesagt.

Dies ist auch kein Wunder, stammen doch gleich mehrere Mitglieder der Führungsriege von Goldman Sachs. Bestes Beispiel ist Fintech Group-Chef Frank Niehage, der vorher Managing Director im Investment Management der US-Investmentbank war. Nach einem Jurastudium war Niehage viele Jahre in Führungspositionen bei der UBS, der Credit Suisse und der Bank Sarasin tätig.

Ein weiteres Beispiel ist der Head of B2B Benon Z. Janos, der fast 14 Jahre in der Securities Division von Goldman Sachs in Frankfurt gearbeitet hat. Zuletzt war er Managing Director und leitete den Aktienhandel in Deutschland und Österreich. Janos bringt nicht nur einen Abschluss als Diplom-Ingenieur der RWTH Aachen mit, sondern auch einen Master und eine Promotion des renommierten Massachusetts Institute of Technology.

Auch Technikchef Stephan Simmang hat fast 20 Jahre bei Goldman Sachs in Frankfurt gearbeitet. Zuletzt war er Executive Director in der IT. Auch er hat an der RWTH Aachen studiert.

Doch nicht nur Ex-Goldmänner stehen an der Spitze der Fintech Group. Flatex Bank AG-Vorstand Jörn Engelmann kommt von der Deutschen Bank, wo er über 13 Jahre arbeitete und zuletzt Head of Product- and Loan Exposure Management war.

Das Interesse von Goldman Sachs kommt also nicht von ungefähr, zumal sich die Fintech Group wohltuend von vielen anderen Fintechs unterscheidet. Denn laut dem Geschäftsbericht hat die Fintech Group AG im abgelaufenen Geschäftsjahr vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) immerhin 42,4 Mio. Euro verdient und damit rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Angesichts eines Umsatzes von nur 125,1 Mio. Euro handelt es sich um eine stolze Summe. So verwundert es nicht, dass die Fintech Group mit einer Aufwands-Ertrags-Quote von 52 Prozent sowohl für eine Bank als auch für ein Fintech niedrig ausfiel. Für jeden Euro Ertrag musste das Unternehmen also lediglich 52 Cent auf den Tisch legen.

Die Fintech Group würde wohl auch ganz gut zu Goldmans Plänen zum Einstieg ins Deutsche Retailgeschäft passen. So will die US-Investmentbank ihre neue Online-Banking-Plattform Marcus nach den USA und Großbritannien auch in Deutschland starten.

Ob die Fintech Group ein erstklassiger Arbeitgeber ist, ist indes nicht ganz klar. Zwar stieg die Beschäftigung im abgelaufenen Jahr um 9,7 Prozent oder 44 Stellen auf knapp 500 Beschäftigte, doch die Bezahlung fiel eher bescheiden aus.

So zahlte die Bank laut dem Geschäftsbericht rein rechnerisch nur Löhne und Gehälter von durchschnittlich 37.300 Euro. Allerdings müssen hierin wohl auch Entwicklungsleistungen von 24.800 pro Kopf Euro hinzugerechnet werden, die die Fintech Group aktiviert hat und daher nicht als bloße Personalkosten zählen. Schließlich ist jeder dritte Mitarbeiter in der Entwicklung beschäftigt. Insgesamt dürfte die durchschnittliche Bruttovergütung also eher bei rund 62.000 Euro liegen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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