EX-Managing Directors der Deutschen Bank erhalten Riesenkredite von unkonventionellem Arbeitgeber

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EX-Managing Directors der Deutschen Bank erhalten Riesenkredite von unkonventionellem Arbeitgeber

Photo by The New York Public Library on Unsplash

Es scheint, als ob eine ganze Reihe von ehemaligen Managing Directors der Deutsche Bank und anderen Führungskräften weich gefallen sind. Obgleich noch der Abbau von 17.000 Stellen aussteht, wurden einigen Leuten, denen der Absprung rechtzeitig gelungen ist, großzügige Darlehen angeboten, um sie in ihren neuen Arbeitgeber zu investieren – hoffentlich mit schönem Gewinn.

Dies ergibt sich aus der Nachricht vom Wochenende, dass die SoftBank 20 Mrd. Dollar an die Angestellten von SoftBank Investment Advisors verleiht, die für ihre Vision Funds arbeiten. Damit können sie in ihren zweiten Fonds investieren und hoffentlich gemeinsam mit anderen Investoren gutes Geld verdienen.

20 Mrd. Dollar ist eine stolze Summe. Dies gilt umso mehr angesichts der Tatsache, dass SoftBank Investment Advisors aktuell nur rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, womit auf jeden rein rechnerisch 50 Mio. Dollar entfallen. Angeblich will die SoftBank die Beschäftigung für ihre Vision Fonds in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Doch auch bei einem Darlehen von 25 Mio. Dollar handelt es sich um keine kleine Summe.

Doch wer sind die Empfänger einer solchen Großzügigkeit? An diesem Punkt kommen die ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank ins Spiel. Der Chef von SoftBank Investment Advisors ist Rajeev Misra; er leitete früher den Kredithandel der Deutschen Bank und verließ die Bank nach der Finanzkrise 2008. Managing Partner von Vision Fund in Amerika und Asien ist wiederum Colin Fan, der früher das Trading-Geschäft der Deutschen Bank leitete und von dem ein Video aus dem Jahr 2014 im Internet kursiert, in dem er seine Kollegen auffordert, sich anständig zu benehmen. Beim Managing Partner von Vision Fund in Europa, den Mittleren Osten und Afrika handelt es sich um Akshay Nikita, der früher den Eigenhandel der Deutschen Bank leitete. Darüber hinaus gibt es auch noch Munish Varma (einen ehemaligen Trader von Devisen und strukturierten Produkten der Deutschen Bank), Saleh Romeih (der früher MD in Singapur war) und Faisal Rahma (früher Co-head Financing and Solutions für Zentraleuropa) und so fort. Misra hat sogar Vivienne Dyksra angeheuert, die in der Vergangenheit des Graduate Recruitment der Deutschen Bank leitete. Es ist wie in den alten Tagen, nur auf der Buy-side.

Keiner der ehemaligen Deutsche Bank-Banker bei Vision Fund dürfte unter Geldmangel leiden. Die meisten, wenn nicht gar alle, arbeiteten von den späten 90er Jahren bis etwa 2012 bei der Deutschen Bank, und haben die fetten Jahre vor der Finanzkrise miterlebt, als die Deutsche Bank noch viel Geld verdiente und gut zahlte. Colin Fan verließ die Deutsche Bank mit aufgeschobenen Boni von 6 Mio. Dollar.

Falls sich ihre Investitionen in Vision Fund auszahlt, dürfte ihr Reichtum weiter steigen. Allerdings gibt es bei den ersten 100 Mrd. Dollar von Vision Fund einen Haken. So hat das Wall Street-Journal darauf hingewiesen, dass die Aktien von Uber Technologies seit dem Börsengang im Mai um 30 Prozent eingebrochen sind und derzeit unterhalb der 35 Dollar notieren, die die SoftBank dafür gezahlt haben soll. Inzwischen hat auch WeWork, das zweite große Investment von Vision Fund, einen Verlust von 1,6 Mrd. Dollar 2018 und einen weiteren Verlust von 690 Mio. Dollar im ersten Halbjahr gemeldet. Der Verlust im ersten Halbjahr wäre ohne einen positiven Einmaleffekt von 486 Mio. Dollar noch höher ausgefallen.

Doch was passiert, wenn sich die Darlehen der Mitarbeiter nicht auszahlen? Das ist nicht ganz klar. Dem Wall Street Journal zufolge kann die SoftBank Geld verlieren, erwähnte jedoch nichts über die Risiken der Mitarbeiter, die bis zu 20 Prozent des Fonds besitzen können und nicht die 5 Prozent wie sonst üblich. Darüber hinaus dürfte es die Darlehen kaum kostenlos geben. Vielmehr wird mit einer Verzinsung von 5 Prozent gerechnet, was sich bei einem Darlehen von 25 Mio. Dollar auf immerhin 125.000 Dollar im Jahr summiert. Einige der ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank könnten sich daher das nette Angebot ihres Arbeitgebers entgehen lassen…

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