UBS schafft über 3200 Jobs und kürzt Investment Banking-Vergütung um 22 Prozent

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SergioErmotti

Die Zeiten, als Banken stets Personal abbauten, scheinen zumindest bei der UBS der Vergangenheit anzugehören. So hat die Zahl der Beschäftigten binnen Jahresfrist auf über 3200 auf fast 67.000 Stellen zugenommen. Der Stellensegen entfiel hauptsächlich auf das Corporate Center, aber auch im Investment Banking kamen über 550 Stellen hinzu, was einem Plus von immerhin 11,6 Prozent auf gut 5300 Jobs entspricht.

Groteskerweise stellt der Stellenaufbau eine Kostensenkungsmaßname dar. Denn der Stellensegen dürfte es sich hauptsächlich um IT-Jobs handeln, die durch das Insourcing bisher externer Beschäftigter entstehen. Daher sank im gleichen Zeitraum die Zahl der extern beschäftigten Mitarbeiter wie Consultants und Contractors um über 5500 auf nur knapp 16.300 Mitarbeiter. Entsprechend verminderten sich die Kosten fürs IT-Outsourcing und Beratungskosten um jeweils etwa ein Fünftel.

22 Prozent weniger Geld für Investment Banker

Trotz des Stellenaufbaus konnte die UBS ihre Kosten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 500 Mio. Dollar auf nur noch 3,3 Mrd. Dollar senken. In den Einsparungen sind allerdings auch 346 Mio. Dollar für variable Vergütungen enthalten, was auf geringere Boni hinausläuft.

Dies wundert kaum, hat das Investment Banking doch mit dem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen. Allein im für die UBS sehr wichtigem Aktienhandel purzelten die Erträge im ersten Halbjahr binnen Jahresfrist um 16,1 Prozent auf gut 1,8 Mrd. Dollar. Im Handel mit Devisen, Zinsprodukten und Krediten verringerten sich die Erträge um 8,1 Prozent auf 845 Mio. Dollar.

In der Investment Banking Division der UBS sieht es kaum besser aus. Im Aktienemissionsgeschäft brachen die Erträge um 28 Prozent auf 361 Mio. Dollar ein, was angesichts der branchenweit traurigen Entwicklung im Aktienhandel keine Überraschung darstellt. Das Anleiheemissionsgeschäft gab um rund ein Viertel auf 328 Mio. Dollar nach. Einziger Lichtblick stellt die Beratung bei Fusionen und Übernahmen dar, wo die UBS ihre Erträge leicht von 365 auf 377 Mio. Dollar steigern konnte. Beim zweiten Quartal handelte es sich um das stärkste seit 2012, worauf UBS-Chef Sergio Ermotti beim Analystencall hinwies.

Unter dem Strich verdiente die UBS mit ihrer Investment Bank im ersten Halbjahr nur noch 634 Mio. Dollar und damit 42,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Kein Wunder, dass sich die Aufwands-Ertragsquote von 75,4 auf 82,9 Prozent verschlechterte.

Da half es auch nicht, dass die UBS trotz zusätzlicher Stellen ihre Personalkosten in der Investmentbank um 13,4 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro verringerte. Unter dem Strich ließ die UBS im ersten Halbjahr für jeden ihrer Front Office-Investmentbanker etwa 281.000 Dollar springen, 22,4 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018.

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