Weniger Boni, mehr IT-Investitionen: Die neuen Realitäten bei Goldman Sachs und JP Morgan

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Weniger Boni, mehr IT-Investitionen: Die neuen Realitäten bei Goldman Sachs und JP Morgan

Goldman Sachs und JP Morgan haben beide heute ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Wer für eine der beiden Banken arbeitet, sollte sich schleunigst mit der neuen Agenda abfinden: Sie bekommen weniger Geld, das dann in die IT investiert wird.

Dabei handelt es sich nicht gerade um einen neuen Trend, aber die Ergebnisse beider Banken zeigen deutlich, wohin die Reise geht. Bei JP Morgan haben die Ausgaben für „Technologie, Kommunikation und Geräte“ im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent zugelegt. Bei Goldman Sachs waren es 13 Prozent, was kaum ein Zufall sein kann.

Wenn die IT-Ausgaben steigen, holen sich viele Banken das bei ihren Beschäftigten zurück. So lag die Durchschnittsvergütung bei Goldman Sachs in den ersten sechs Monaten bei 185.000 Dollar. Das mag sich zwar nach einer Menge Geld anhören, doch im vergangenen Jahr waren es noch etwa 215.000 Dollar – 14 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Bei JP Morgan ist der Anteil des Personalaufwands an den Erträgen von 30 auf 28 Prozent gesunken. Beide Banken haben darauf hingewiesen, dass die „performancebasierte Vergütung“ geringer ausfällt. Es gibt also weniger Boni.

Während der Druck auf die Vergütungen so schnell nicht nachgeben dürfte, könnten die IT-Ausgaben ihr Plateau erreichen. Beim Investoren-Call wies JP Morgan-Chef Jamie Dimon jedenfalls darauf hin, dass die Bank ihre Investitionen fortsetzten werde – ganz gleich wie sich das Umfeld entwickle. Innovationen wie die Cloud oder Künstliche Intelligenz erlaubten es JP Morgan, mehr aus ihren IT-Investitionen herauszuholen. Dies sollte es ermöglichen, dass die Ausgaben künftig seitwärts tendieren.

Außer bei Aktien handelte es sich um ein schwieriges Quartal

Weiter lässt sich aus den bisher vorliegenden Ergebnissen der US-Banken ablesen, dass auch das zweite Quartal eine Herausforderung darstellte. Der unten stehende Chart zeugt von eher mageren Ergebnissen mit Ausnahme des Aktienhandels von Goldman Sachs, wo es sich um das „zweithöchste Quartalsperformance seit vier Jahren“ handle.

Unterdessen profitierten sowohl JP Morgan als auch Citi vom Verkauf von Tradeweb, was ihre Ergebnisse im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren aufhübschte. Ohne diesen Effekt wären die Ergebnisse in Fixed Income Sales & Trading schlechter ausgefallen, wie es der unten stehende Chart zeigt. Am schwersten hat es dabei Goldman Sachs getroffen.

Die Gründe dafür lassen sich leicht erkennen. Gestern hat Citi verkündet, dass die Unsicherheit an den Märkten die Investoren von Aktivitäten im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren abgehalten hätten. Dagegen hätten Firmenkunden die Erträge im Zinshandel und im Devisengeschäft stabilisiert. Da Goldman Sachs stärker von Investoren abhängig ist, leidet die Bank auch am meisten unter ihrer Zurückhaltung.

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