Die feinen Unterschiede zwischen IT-Kandidaten und Bankern

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Die feinen Unterschiede zwischen IT-Kandidaten und Bankern

Foto: Getty Images

Während Banker und Finanzprofis bei Headhuntern nicht immer als pflegeleichte Klientel gelten, lieben sie IT-Experten. Und das nicht nur, weil derzeit IT-Experten ebenso heiß begehrt sind wie Eiscreme und kühles Bier in der Sommerhitze. Vielmehr unterscheiden sich IT-Profis in Einstellung und Verhalten empfindlich von herkömmlichen Bankern.

IT-Profis sind aufrichtiger

„Wenn ein IT-Experte zu Vorstellungsgesprächen bereit ist, dann kann man davon ausgehen, dass er auch wechselwillig ist“, beobachtet Headhunterin Stefanie Storck von TF Executives in Frankfurt. Dagegen würden einige Kandidaten aus anderen Bereichen gelegentlich „Windowshopping“ betreiben und pokern. „Manche kommen nur zu einem Vorstellungsgespräch, um ihren Marktwert anzutesten. Anschließend gehen sie mit dem Angebot zu ihren alten Arbeitgeber, um eine Gehaltserhöhung herauszuschlagen. Sie wollten niemals wirklich wechseln“, kritisiert Storck. Für die potenziellen neuen Arbeitgeber ist es natürlich frustrierend, wenn ein Kandidat im letzten Moment abspringt.

„Bei Kandidaten außerhalb der IT kann es schon mal passieren, dass sie sagen sie würden mit keinem anderen Arbeitgeber in Verhandlungen stehen und am nächsten Tag rufen sie an und teilen mir mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit mit, dass sie anderswo unterschrieben haben“, erzählt Storck kopfschüttelnd. „Das kommt bei IT-lern kaum vor, obwohl man ein Gegenangebot niemals völlig ausschließen kann.“

IT-Profis achten nicht nur aufs Geld

„Während andere Berufsgruppen in Frankfurt sehr monetär getrieben sind, achten IT-Profis auf eine moderne IT-Umgebung, wollen an innovativen Projekten mitarbeiten oder eine neue Programmiersprache lernen“, sagt Storck. „Das bedeutet natürlich auch, dass man sie mit Geld nicht so leicht weglocken kann.“

„Wenn IT-Profis wechseln wollen, dann liegt das zu weniger als 10 Prozent am Geld“, ergänzt Headhunterin Dominique Tadayeski von Robert Walters in Frankfurt. „Diese brauchen viel Abwechslung im Job. Daher müssen Sie sie mit einer innovativen, spannenden Aufgabe ködern. Sie wollen persönlich gefordert werden.“ Auch Titel würden bei IT-Experten weniger ziehen als bei anderen Berufsgruppen, beobachtet die Headhunterin.

IT-Profis schätzen gute Unternehmenskultur

Die weichen Faktoren spielen bei IT-Experten eine umso größere Rolle. Von daher achteten sie stärker auf die Unternehmenskultur als andere Berufsgruppen. „Sie wollen wertgeschätzt werden“, sagt Tadayeski.

Das bedeutet nicht, dass sich IT-Experten leicht ansprechen ließen. „Man muss deutlich mehr IT-Experten ansprechen, um den gleichen Rücklauf wie bei anderen Kandidaten zu erhalten“, meint Stork.

„IT-Profis wollen, dass man ihre Sprache spricht. Da genügt es nicht, in einem Gespräch einfach das Anforderungsprofil der Stellenausschreibung vorzulesen“, warnt Tadayeski. „Die wollen alles ganz genau wissen. Da muss man sich als Headhunter sehr gut in der IT auskennen.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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