GASTBEITRAG: Wieso Hedgefonds-Manager grauenvolle Dinner-Gäste abgeben

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GASTBEITRAG: Wieso Hedgefonds-Manager grauenvolle Dinner-Gäste abgeben

„Der Aktienmarkt wird bald zusammenbrechen. Wie schlimm ist das? Ebenso schlimm wie der schwarze Schwan. Ich kann das fühlen. Mit der weltweit verlangsamenden Konjunktur, den drohenden Zöllen und der geopolitischen Instabilität können die Märkte einfach keine neuen Rekordmarken erreichen. Aber wieso preisen die Märkte keine dieser Risiken ein? Investoren sind Herdentiere, die einfach alles glauben, was man ihnen erzählt!?!? Vergesst, dass ich seit sechs Jahren auf den Downturn wette. Diesmal werde ich richtig liegen.“

Wer jemanden aus einem Hedgefonds kennt, der hat so etwas sicherlich schon gehört. Ja es gibt die Spinner, mit den Hüten aus Alufolie, die stets vor dem Weltuntergang warnen. Doch dummerweise befindet sich der Markt seit zehn Jahren im Aufschwung.

Auch ich habe geglaubt, dass ich letztlich richtig liege und nur mein Timing falsch war. Oder die Wirtschaft hatte einfach Glück wie z. B. durch eine Steuerreform. Doch heute denke ich, dass Hedgefonds-Mitarbeiter von Natur aus pessimistisch sind, denn damit rechtfertigen sie ihre Existenz.

Wenn ich dagegen mit meinen Freunden von klassischen Fonds spreche, dann geben die sich optimistischer. Ich dachte immer, weil sie sich nicht darum sorgen müssen, in den folgenden zwei Wochen ausgelöscht zu werden. Ich dachte, sie fürchten nicht, dass ihr Bonus ausradiert werden könnte. Doch mittlerweile denke ich, dass es sich um eine Glaubensfrage handelt.

Die Aufgabe eines Hedgefonds besteht allein im Hedgen – also der Absicherung. Wenn ein Markt steigt, dann wirkt sich ein Hedgefonds zwangsläufig negativ auf Ihre Performance aus. Dagegen hilft ein Hedgefonds, wenn die Märkte fallen. Wer also bei einem Hedgefonds arbeitet, hat ein Interesse an fallenden Märkten, weil das seine Erträge steigert. Wer hingegen bei einem klassischen Fonds arbeitet, hofft auf eine endlose Hausse.

Wer also eine fröhliche Dinner-Party veranstalten möchte, sollte niemanden von einem Hegefonds einladen: Wir sind wie die Leute, die ständig nach dem Weltuntergang rufen. Doch anstelle Buße zu tun, wollen wir nur Ihr Kapital und die Gebühren, die damit einhergehen.

Margin of Saving ist ein Blog, der von einem Hedgefondsanalysten gegründet wurde.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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