Die heißesten Jobs für Finanzprofis in Zürich

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Die heißesten Jobs für Finanzprofis in Zürich

Foto: Getty Images

Nicht nur auf Bahnhofstraße und am Bellevue steigen die Temperaturen, auch auf dem Zürcher Arbeitsmarkt für Finanzprofis geht es heiß her. Wir haben mit einschlägigen Personalberatern gesprochen, welches die heißesten Profile im Zürcher Sommer sind. Konkret:

Experten für nachhaltige Investitionen

In der Schweiz fließt immer mehr Geld in nachhaltige Investments. Dies hat zu Folge, dass entsprechende Experten heiß begehrt sind. „Das Knowhow über nachhaltiges Investieren wird von Banken, Investmentmanagern und institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherungen immer stärker nachgefragt“, beobachtet Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich.

So streben einige Asset Manager bereits einen Anteil von 50 Prozent an nachhaltigen Investments an; bei manchen seien es sogar schon 100 Prozent. „Das hat auch mit einem Generationenwechsel zu tun“, meint Bossard. „Jüngere Leute legen einfach größeren Wert auf nachhaltige Investitionen.“

„Daher werden für Research, Asset Management und Vertrieb viele Experten gesucht, die sich mit nachhaltigen Investments auskennen“, erläutert Bossard weiter. Wichtig seien einschlägige Kenntnisse in den sogenannten ESG-Standards (Environmental, social corporate governance) sowie mit den dazugehörigen Ausschlusskriterien wie z. B. Investments in Rüstungsunternehmen.

Durch die hohe Nachfrage werde es immer schwieriger, diese Profile zu finden. „Ich würde aber nicht sagen, dass der Markt für solche Experten wie leergefegt ist. Man muss sie einfach suchen“, meint Bossard. Die Hochschulen würden hier immer besser ausbilden und somit den Nachwuchs sichern.

Experten für Alternative Investments gesucht

Angesichts der hartnäckigen Nullzinsphase fließt auch immer mehr Geld in alternative Anlageklassen. „Die Investoren hoffen dadurch Alpha zu generieren und auf eine geringere Korrelation mit den herkömmlichen Anlageklassen“, berichtet Headhunter Stephan Surber von Page Executive in Zürich. Namentlich in Private Debt, Infrastruktur, Insurance Linked Products und Private Equity fließe viel Geld. Darüber hinaus böten alternative Investments den Asset Managern höhere Margen als klassische Investments, weshalb einschlägige Profile gesucht seien.

Auch Bossard bestätigt die hohe Nachfrage nach Sales-Experten und Portfoliomanagern mit Expertise in alternativen Investments.

Frauen haben derzeit beste Chancen

Das Thema „Gender Diversity“ spielt eine immer größere Rolle. „Bei den Frauen im Senior Management hat die Schweiz noch Nachholbedarf“, beobachtet Bossard. „Daher wollen die Unternehmen gezielt Frauen in Führungspositionen entwickeln.“ Auch bei externen Besetzungen kämen immer häufiger weibliche Kandidaten zum Zuge. „Ich konnte zuletzt relativ viele Schlüsselpositionen mit Frauen besetzen“, versichert Bossard.

Ganze Wealth Management Teams gehen zu Multi Family Offices

Nach Surbers Erfahrung bewegt sich im Zürcher Wealth Management einiges. „Wir haben zuletzt den Wechsel ganzer Teams von Banken zu Multi Family Offices gesehen“, sagt der Experte. Viele Banken würden ihr Geschäftsmodell überdenken und sich auf ihre Kerngeschäftsbereiche konzentrieren, was im Markt für Bewegung sorge.

 „Ich sehe eine verstärkte Nachfrage nach Assistenten im Wealth Management“, ergänzt Headhunterin Karin Signer von Signer Beratungen in Zürich. „Das ist eigentlich immer ein Zeichen für Wachstum in der Branche.“ Derartige Profile müssten üblicherweise eine KV-Ausbildung Bank sowie Deutsch- und Englischkenntnisse mitbringen. Auch Kenntnisse in Russisch und Spanisch seien hilfreich.

Fintechs suchen Geschäftsführung

Zur Förderung der Finanzwirtschaft vergibt die Schweizer Finanzaufsicht Finma seit Jahresbeginn die Fintech-Lizenz. Laut Surber fördere dies die Ansiedlung von Fintechs in der Schweiz. „Zuletzt hatten wir vermehrt Besetzungen von CEO-, CFO- und COO-Positionen bei Fintechs“, erzählt der Headhunter. Da es sich bei den Startups oft um recht kleine Unternehmen handle, würden die Funktionen des Finanz- und Organisationschefs gelegentlich zusammengelegt. Häufig würden diese Positionen mit ehemaligen Bankern besetzt, die auf eine neue Herausforderung zielen und weniger aufs Geld achten. „Viele vermissen im Banking die Perspektiven und suchen neue Herausforderungen z. B. bei Fintechs“, sagt Surber.

Unendliche Nachfrage aus Compliance, Regulierung und Legal

„Die Nachfrage nach Compliance-Experten scheint weiter angezogen zu haben“, beobachtet Signer. „Seit Januar ist viel los; es läuft wirklich sehr gut“. Die gefragten Profile seien weit gestreut. Gesucht würden beispielsweise Schweizer Juristen, Experten für die Kontoeröffnung und für KYC (Know your customer).

„Dabei sind die Kandidaten durchaus wechselbereit“, erzählt Signer. Erstaunt hat die Personalberaterin allerdings, dass trotz des Nachfrageüberhangs eine Reihe von Senior-Profilen auf dem Markt seien. Während jüngere Compliance-Experten keine Probleme hätten, eine neue Stelle zu finden, seien die Arbeitgeber weniger gewillt, teure Führungskräfte zu bezahlen. „Oben wird die Luft einfach dünner“, kommentiert Signer.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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