GASTBEITRAG: Wieso die Deutsche Bank zu viele Managing Directors hat

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GASTBEITRAG: Wieso die Deutsche Bank zu viele Managing Directors hat

Die Niederlassung der Deutschen Bank in London zählt fast doppelt so viele Managing Directors und Directors als Analysten und Associates. Überrascht uns das? Nicht wirklich. Ich habe für die Deutsche Bank in London gearbeitet und der Wasserkopf an Führungskräften besteht seit langem. Doch mit diesem Problem steht die Deutsche Bank nicht allein da.

Das Geldhaus hat auch schon versucht, das Managing Director-Problem anzugehen – leicht ist das aber nicht. So schnell wie sie sich von alten Managing Directors und Directors trennt, so schnell befördert sie neue. Irgendetwas müssen Sie unternehmen, wenn Ihr Aktienkurs kontinuierlich fällt und Ihre Mitarbeiter auf vielen Aktien sitzen. Dennoch vermindert sich damit nicht automatisch die Kopflastigkeit der Bank.

Nach meiner Erfahrung stand vor allem in der Investment Banking-Division die Organisations-Pyramide nahezu Kopf. Stellt dies den Grund dar, wieso so viele bis zu ihrem vergoldeten Ruhestand bleiben? Vielleicht; doch nicht viele Leute sind lange genug dabei, um die fürstlichen Pensionen aus der Vergangenheit zu kassieren.

Vielmehr bin ich der Auffassung, dass die Managing Directors und Directors aus zwei Gründen bei der Deutschen Bank und bei anderen Instituten wuchern.

Zunächst streichen die Banken ihre Kosten zusammen, ohne ihre Produktpalette irreversibel zu beschneiden. Um dies zu erreichen, wird das Personal auf mittlerem und niedrigem Karrierelevel zusammengestrichen, während das Senior-Personal im Unternehmen bleiben soll. Traurigerweise verlängert dies meistens lediglich den Todeskampf.

Zweitens können sie ihre Leute nicht anständig (ober beständig) bezahlen. Um sie dennoch zu halten, befördern sie Mitarbeiter vorschnell und verleihen ihnen hochtrabende Titel. Ganz nebenbei erschwert dies Betroffenen, ohne Abstieg irgendwo anders einen Job zu finden.

Weiter müssen Sie über die Deutsche Bank wissen, dass der Titel Associate Vice President (AVP) lediglich in der Global Transaction Bank und im Back Office in London existiert. Dagegen gibt es im Front Office keinerlei AVPs, was die Hierarchie bei der Deutschen Bank noch weiter verzerrt, als es auf den ersten Blick erscheint.

Bei Samuel Black handelt es sich um ein Pseudonym. Früher arbeitete er als Managing Director bei der Deutschen Bank.

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