Die Achleitner-Kurve: Wie der Aktienkursverfall der Deutschen Bank die Boni der Mitarbeiter auslöscht

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Die Achleitner-Kurve: Wie der Aktienkursverfall der Deutschen Bank die Boni der Mitarbeiter auslöscht

Foto: Deutsche Bank

Es kann nur einen geben. Während die Deutsche Bank sei 2012 mit Anshu Jain, Jürgen Fitschen, John Cryan und Christian Sewing vier verschiedene Vorstandsvorsitzende gesehen hat, hielt Aufsichtsratschef Paul Achleitner die Zügel fest im Griff. Doch bei der heutigen Hauptversammlung der Bank wird ein Aufstand der Aktionäre erwartet. Der Grund ist simpel: Seit Achleitner Ende Mai 2012, vor fast genau sieben Jahren, das Ruder übernommen hat, ist der Aktienkurs von 24,78 auf nur noch 6,62 Euro eingebrochen – ein Minus von rund drei Viertel. So mancher witzelt schon, der Chart im Logo der Deutschen Bank müsse unter Achleitner eigentlich von links oben nach rechts unten umgedreht werden.

Doch unter dem Niedergang der Deutschen Bank leiden nicht nur die Aktionäre, sondern auch viele Mitarbeiter. Denn ein Großteil der Boni wird aktienbasiert ausbezahlt und müssen oft über mehrere Jahre gehalten haben. Auch Absicherungsgeschäft – beispielsweise durch Put-Optionen – sind streng verboten.

Dies trifft vor allem die Spitzenverdiener der Bank empfindlich, die unter dem Titel Risikoträger (Material Risk Taker bekannt sind). So haben die 1013 Risikoträger des Corporate & Investment Bankings für 2018 aktienbasierte Boni im Wert von durchschnittlich etwa 220.000 Euro erhalten. Per gestern waren diese noch rund 209.000 Euro wert.

Das ganze Ausmaß des Desasters wird allerdings erst sichtbar, wenn man sich anschaut, was aus den aktienbasierten Boni für 2017 geworden ist. Seinerzeit haben die 994 Risikoträger des Corporate & Investment Bankings aktienbasierte Boni im Wert von durchschnittlich 373.000 Euro erhalten. Gestern waren diese nur noch 156.000 Euro wert – ein Verlust von etwa 217.000 Euro in nicht einmal anderthalb Jahren.

Sewing stimmt Investmentbanker auf weitere Einschnitte ein

Unterdessen stimmte Konzernchef Sewing in seiner Rede vor der Hauptversammlung seine Investmentbanker auf weitere Einsparungen ein. „Wir sind zu Einschnitten bereit", sagte er. „Wir werden die Transformation beschleunigen - indem wir unsere Bank konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche ausrichten, die für unsere Kunden besonders relevant seien." Dazu zählte Sewing ausdrücklich das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sowie Aktien- und Anleiheemissionen (M&A, ECM, DCM) sowie den Devisenhandel und den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. Den Aktienhandel erwähnte er jedoch mit keinem Wort - dies spricht für weitere Einschnitte in dem Bereich.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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