GASTBEITRAG: Wie es mich von einer Bank zu Google verschlagen hat

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GASTBEITRAG: Wie es mich von einer Bank zu Google verschlagen hat

Nachdem ich lange als IT-Contractor in den Finanzdienstleistungen gearbeitet hatte, habe ich einen Job in der Google-Zentrale im kalifornischen Mountain View gefunden. Ich war glücklich, bis alles den Bach herunter ging.

Wer als erfahrener Entwickler an der Wall Street arbeitet und einen Job bei Google will, muss das geschickt angehen. Doch das habe ich versäumt, weil ich die Spielregeln im Silicon Valley nicht kannte. Damit Sie nicht die gleichen Fehler wie ich begehen, erzähle ich Ihnen, was mir dort widerfahren ist.

Zunächst sollten Sie niemals einen Job bei Google annehmen, nur um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn Google ist nicht für seine interne Mobilität bekannt. Ein interner Wechsel bei Google fällt ähnlich schwer wie der Aufstieg vom Back ins Front Office einer Investmentbank. Bevor Sie also einen Job bei Google annehmen, müssen Sie sich ganz genau informieren, welches der beste Job für Sie ist. Nehmen Sie aber keine Stelle an, nur um dann intern wechseln zu können, denn das funktioniert nicht.

Mein Problem war das sogenannte Leiter-System von Google. Ich hätte in der „Engineering Ladder“ als Softwareentwickler anfangen sollen. In dieser „Leiter“ finden sich die besten Jobs. Stattdessen habe ich in der „Business Ladder“ als „Technical Solutions Engineer“ begonnen. Ich habe eine Position angenommen, die eher für Einsteiger geeignet war, und blieb in der Position stecken. Dafür mache ich den Headhunter verantwortlich. Er hat mich in die „Technical Solutions“-Rolle gelockt, obwohl ich eher für den Jobs als Entwickler geeignet gewesen wäre. Daher empfehle ich Euch, bloß nicht auf Recruiter zu hören, sondern Euch selbst zu informieren.

Was ich auch nicht wusste: Wer bei Google sein Gehalt maximieren möchte, muss ebenfalls die Spielregeln des Silicon Valley kennen. Nachdem ich bereits einige Jahre bei Google gearbeitet habe, musste ich feststellen, dass es dazu einen eingespielten Prozess gab. Man musste Angebote von anderen IT-Firmen (z.B. Facebook und Amazon) einholen und die Unternehmen gegeneinander ausspielen. Auf diese Weise verdient man von Anfang an das große Geld.

Von alldem hatte ich keine Ahnung. Ich war nur ein IT-Experte von der Wall Street, den es nach Kalifornien verschlagen hat. Wer etwas ähnliches vor hat, sollte meine Fehler nicht wiederholen.

James Doe ist ein Pseudonym.

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