Credit Suisse: Trader erhalten Prämien für erfolgreiches Quartal, Banker müssen Gehaltskürzungen hinnehmen

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Das erste Quartal 2019 war für Credit Suisse zweigeteilt: Die Equities- und Fixed-Income-Trader der Schweizer Bank waren erfolgreich und übertrafen den übrigen Markt. Die Bereiche M&A, Equity Capital Markets und Debt Capital Markets schnitten hingegen schwach ab und mussten sich der Konkurrenz weitgehend geschlagen geben.

Entsprechend wird die Vergütung bei der Schweizer Bank ausfallen.

Das untenstehende Diagramm zeigt die Umsatzzuwächse im Investment Banking und Markets Business bei Credit Suisse für das erste Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Im Equity- und Fixed-Income-Trading eroberte Credit Suisse Marktanteile und war herausragender Top-Leistungsträger. In den Geschäftsfeldern M&A, ECM und DCM schnitt die Bank indes eindeutig düster ab.

Die Trader bei Credit Suisse werden für ihren Erfolg honoriert. In den Begleitdokumenten gibt die Bank an, dass der Aufwand für Gehälter und Boni im Bereich „Global Markets“ aufgrund von anfallenden variablen Vergütungen (Bonuszahlungen) und höheren Gehaltsaufwendungen gestiegen sei. Im schwächelnden Investment Banking hingegen waren die Ausgaben für variable Vergütungen nach Angaben von Credit Suisse „niedriger“ als zuvor.

Auch die Mitarbeiterzahl scheint angesichts der Belastungen (wie auch Erfolge) des ersten Quartals leicht angepasst worden zu sein. Von den 3.100 Mitarbeitern im Investment Banking wurden während der ersten drei Monate bis März 20 Angestellte abgezogen. Der Bereich „Global Markets“ hingegen wuchs um 90 Stellen auf nun 11.460 Mitarbeiter.

Warum zeigt sich der „Global Markets“-Bereich von Credit Suisse so robust? Die Bank könnte dies einmal wieder dem Engagement von Mike Stewart verdanken, dem Global Head of Equities, den die sie 2017 von UBS abgeworben hatte. Der gelernte Derivatehändler hatte das Structured Equities Geschäft bei Credit Suisse umgebaut und zu einem Wachstumsmotor der Bank gemacht.

Letztes Jahr gab Credit Suisse an, dass die Einnahmen aus Equity Derivaten im dritten Quartal um 70 Prozent gestiegen seien. Im ersten Quartal 2019 waren die Erträge nach Credit Suisse-Angaben erneut „signifikant“ gestiegen, wohingegen die die Einnahmen aus dem Cash-Equities-Geschäft dümpelten.

In den Bereichen Fixed Income Sales and Trading brachte das erste Quartal höhere Erträge im Kredithandel und im Emerging-Market-Trading und höhere Einnahmen aus dem Macro-Trading – ein deutlicher Unterschied zu den schwachen Werten etwa bei Goldman Sachs und Citigroup.

Was ist im Investment Banking schiefgelaufen? Credit Suisse schiebt die Schuld auf alt-bekannte Buhmänner: Das „geopolitische Umfeld“, den Shutdown der US-Regierung sowie die Sorge um eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Offen bleibt allerdings, warum Credit Suisse hiervon stärker gebeutelt sein sollte als andere – insbesondere amerikanische – Banken.

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