GASTBEITRAG: Wie ich es aus Europa nach New York geschafft habe

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GASTBEITRAG: Wie ich es aus Europa nach New York geschafft  habe

Foto: Getty Images

Im vergangenen Jahr konnte ich London verlassen und habe einen Job bei einer Großbank in New York gefunden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Europa kann ich mir durchaus vorstellen, dass viele Leute mir gerne folgen würden.

Für New York spricht vieles. London hat den Brexit; New York die Hudsons Yards und den Shed (große Stadtentwicklungsprojekte). Wer im Banking beschäftigt ist, der verdient in New York mehr. Die meisten Leute, die ich kenne, wollen zumindest einmal in ihrer Karriere dort gearbeitet haben.

Die beste Zeit dafür ist am Anfang der Karriere. New York stellt gewiss nicht den idealen Ort dar, um eine Familie zu gründen. Doch wer es an die Wall Street schaffen möchte, muss dies möglichst früh in seiner Karriere planen. Auch muss man zu den Top-Performern zählen. Banken schicken gewiss keine mittelmäßigen Leute über den Atlantik.

Wer keinen US-Pass besitzt – was wohl auf die meisten Leser dieses Artikels zutrifft, der muss intern wechseln. Ich persönlich bin durch einen internen Wechsel bei einer großen US-Bank hierher gelangt und hatte ein L1-Visa, das für solche Fälle gilt. Mein ehemaliger Arbeitgeber scheint im vergangenen Jahr geradezu so etwas wie eine Blankovollmacht für L1-Transfers besessen zu haben. Das L1-Visum erlaubt mir bei einer speziellen Bank fünf Jahre lang zu arbeiten, wenn ich zuvor bereits wenigstens ein Jahr dort beschäftigt war. Anschließend muss man mindestens ein Jahr die USA verlassen, bevor man eine erneute Chance bekommt. Ich wollte aber in New York City bleiben und bei einer anderen Bank arbeiten.

Daher erhielt ich ein deutlich selteneres O-1A-Visum. Dies erhalten nur Personen, die außerordentliche Leistungen in Wissenschaft, Kunst, Bildung, Wirtschaft oder Sport vorweisen können. Wer eines davon ergattern möchte, muss möglichst frühzeitig mit der Planung beginnen. Für dieses Visum muss man eine Menge Papierkram erledigen. Dabei hilft es, wenn Sie Preise gewonnen haben, Ihr Name in Publikationen auftaucht und Sie Empfehlungsschreiben vom Führungspersonen der Bank vorweisen können. Mit einem O1-1A-Visum dürfen Sie nur drei Jahre lang in den USA arbeiten. Doch Sie können damit den Arbeitgeber wechseln und es kann sich um das Sprungbrett für eine permanente Aufenthaltsbewilligung und eine Green Card handeln.

Bei Allain Nicollier handelt es sich um ein Pseudonym.

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