Alumni-Bund: Wie McKinsey-Ehemalige das Swiss Banking steuern

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Alumni-Bund: Wie McKinsey-Ehemalige das Swiss Banking steuern

Gemeinsam fällt der Aufstieg leichter. Foto: Getty Images

Wer es bei Schweizer Banken bis ganz nach oben bringen möchte, muss nicht unbedingt im Banking anfangen. Beste Karrierechancen bieten Banken vielmehr den Alumni der renommierten Strategieberatungen. Dabei fällt die Verteilung höchst ungleichmäßig aus: Während es die Ehemaligen von Boston Consulting – geschweige denn von Bain oder Roland Berger – nur selten bis nach ganz oben schaffen, wimmelt es in den Vorständen von Credit Suisse und UBS geradezu von ehemaligen Mackies. Doch auch bei Julius Bär, Vontobel oder Pictet gibt es Alumni. Eine wichtige Rolle dabei spielen sicherlich Verbindungen. So hat Credit Suisse-Chef und McKinsey-Alumni Tidjane Thiam 2015 bekanntlich Pierre-Olivier Bouée mitgebracht. Konkret:

Rémy Best, Teilhaber von Pictet

Best ist Teilhaber der Genfer Privatbank Pictet. Best hat Jura studiert und besitzt einen MBA der INSEAD Business School in Fontainebleau bei Paris. Bevor er 1997 zu Pictet stieß, arbeitete er für die Kanzlei Lalive Budin & Partners in Genf und für McKinsey.

Martin Blessing, Co-President Global Wealth Management der UBS

Schon als Chef der Commerzbank stand Martin Blessing im Ruf, sich mit Alumni von McKinsey zu umgeben. Blessing selbst hat nach einem BWL-Studium in St. Gallen einen MBA der University of Chicago erhalten. Von 1989 bis 1996 war er bei McKinsey beschäftigt – zuletzt als Partner. Von 2008 bis 2016 leitete er die Commerzbank.

Pierre-Olivier Bouée, Chief Operating Officer der Credit Suisse

Bouée gilt als Vertrauter von Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam, mit dem er schon bei den Versicherungen Prudential und Aviva sowie bei McKinsey zusammengearbeitet hat. Bouée bringt einen Abschluss in Jura der Universität Paris XI, einen Master in Business und Finance der HEC Paris und einen Abschluss der renommierten École Nationale d’Administration mit. Nach einigen Jahren im Staatsdienst arbeitete er von 2000 bis 2004 bei McKinsey.

Lydie Hudson, Chief Compliance Officer der Credit Suisse

Hudson ist kein McKinsey-Alumnus, sondern hat nach ihrem Berufseinstieg bei Lehman Brothers zwei Jahre beim Rivalen Boston Consulting Group (BCG) verbracht. Sie bringt einen Bachelor in International Politics and Economics des Middlebury College und einen MBA der Harvard Business School mit. Wie schon bei einer ähnlichen Untersuchung von deutschen Banken fällt auf, dass auch in der Schweiz in den Spitzenpositionen der Banken BCG deutlich geringer repräsentiert ist als McKinsey.

Sabine Keller-Busse, Group Chief Operating Officer der UBS

Nachdem Keller-Busse einige Jahre Personalchefin der UBS gewesen war, wurde sie im Januar 2018 zum Group Chief Operating Officer befördert. Nach Studium und Promotion an der Uni St. Gallen arbeitete die schweizer-deutsche Doppelbürgerin von 1995 bis 2008 bei McKinsey – seit 2001 als Partnerin. Erst 2010 wechselte sie zur UBS.

Ulrich Körner, Asset Management President der UBS

Bevor Körner 2014 zum Chef des Asset Managements der UBS ernannt wurde, war er bereits vier Jahre Chief Operating Officer der Bank. Auch Körner studierte und promovierte in BWL an der Uni St. Gallen. Nach dem Berufseinstieg in der Wirtschaftsprüfung von PwC arbeitete er von 1993 bis 1998 bei McKinsey in Zürich. Anschließend wechselte er ins Banking und zwar als Finanzchef für die Schweiz.

Philipp Rickenbacher, Head of Intermediaries & Global Custody sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Julius Bär

Nach einem Studium der Biotechnologie an der ETH Zürich hat Philipp Rickenbacher kurz im Handelssupport der Schweizerischen Bankgesellschaft gearbeitet. Von 1997 bis 2004 war er für McKinsey in Zürich und London tätig. Anschließend wechselte er zu Julius Bär.

Georg Schubiger, Chef des Wealth Managements von Vontobel

Bevor Schubiger 2012 die Leitung des Wealth Managements bei Vontobel übernahm, hat er viele Jahre lang in Dänemark und Finnland gearbeitet. Nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium in St. Gallen und einem Abschluss des Europakollegs in Brügge war er von 1996 bis 2002 bei McKinsey in Zürich und Helsinki beschäftigt.

Tidjane Thiam, Credit Suisse-Chef

Mit Tidjane Thiam leitet ein McKinsey-Alumni sogar eine Schweizer Großbank. Thiam schloss die École Polytechnique und die École Nationale Supérieure des Mines im Fach Mathematik und Physik ab und ist damit ein Produkt französischer Elitehochschulen. Anschließend war er einige Jahre bei McKinsey beschäftigt, wobei im Rahmen des Fellowship-Programms einen MBA am INSEAD erwarb. Nachdem Thiam die Versicherungsgesellschaften Aviva und Prudential leitete, übernahm er 2015 bei der Credit Suisse das Ruder.

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