Mehr als 10.000 Jobs bedroht: Riesenskepsis über Fusionspläne von Deutscher und Commerzbank

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Mehr als 10.000 Jobs bedroht: Riesenskepsis über Fusionspläne von Deutscher und Commerzbank

Foto: Deutsche Bank

Das Bundesfinanzministerium scheint auf eine Fusion der beiden größten Banken zu drängen. Doch außerhalb der Politik herrscht einhellig Skepsis vor. „Ich sehe den Sinn dahinter nicht. Die beiden Banken verfügen bereits über umfassende Kostensenkungsprogramme. Es gibt noch viel zu tun, um das individuell zu erreichen“, sagt Bankenanalyst Neil Smith vom Bankhaus Lampe in Düsseldorf. „Um die Kosteneinsparungen zu erreichen, benötigen Sie weder eine Fusion noch eine Akquisition.“

„Davon sind wir noch weit, weit entfernt. Die Ideen zu einer Fusion von Deutscher und Commerzbank sind sehr unausgegoren“, kritisiert Oliver Popp vom Deutschen Bankangestellten-Verband in Frankfurt. „Falls das konkret werden sollte, würden wir uns aber mit allen Mitteln dagegen wehren.“ Sämtliche Ressourcen bei den Arbeitgebern aber auch bei den Gewerkschaften seien mit den bestehenden Baustellen ausgelastet. So arbeite die Deutsche Bank u.a. „an der Selbstfindung im Investment Banking“, der Integration der Postbank und dem Brexit.

Von Verdi hört sich das ganz ähnlich an. Ein Zusammengehen würde „mindestens 10.000 Arbeitsplätze“ akut gefährden. „Wir stehen einer möglichen Fusion kritisch gegenüber, weil der Deutschen Bank auf ihrer Baustelle im Investment Banking durch das dort fehlende Geschäft der Commerzbank nicht geholfen werden kann, weil die beide ihre IT gerade auf Vordermann bringen müssen und die Schaffung einer gemeinsamen neuen IT-Infrastruktur beide Banken finanziell und strukturell überfordern könnte und weil die Mentalität nicht zusammenpasset und viele Kunden der Commerzbank ganz bewusst nicht Kunde der Deutschen Bank sind oder andersherum“, meint Fachgruppenleiter Bankgewerbe Jan Duscheck von Verdi. Überdies würde sich das Filialnetz beider Banken überschneiden und schwache Felder wie das Firmenkundengeschäft nicht stärker werden. Eine Fusion dieser Banken sei daher „nach objektiver fachlich orientierter Betrachtung nicht sinnvoll“, so Duscheck weiter.

Auch die Aufsichtsbehörden warnen vor einer Fusion. EIn solcher Schritte könnte sogar 20.000 Jobs kosten, heißt es in der Financial Times

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

 

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