GASTBEITRAG: Wie Sie Python neben Ihrem Job lernen

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GASTBEITRAG: Wie Sie Python neben Ihrem Job lernen

Vor einigen Jahren war das Programmieren bei den Finanzdienstleistern Spezialisten wie Quants und Entwicklern vorbehalten. Doch heute begreifen immer mehr Leute, dass Programmieren jedem weiterhilft, der in einer Bank arbeitet.

Dafür gibt es gute Gründe. Statt sich mit riesigen Excel-Tabellen abzuplagen, kann Ihnen die Programmiersprache Python dabei helfen, große Datensätze in kleine Portionen zu unterteilen und automatisch zu verarbeiten.

Viele festangestellte Banker sind sich des Potenzials durchaus bewusst. Regelmäßig werde ich gefragt, wie sich Python am besten lernen lasse, wenn man keinerlei Erfahrung im Programmieren mitbringt. Hier einige Tipps dafür. In der Praxis hat sich eine Mischung aus den verschiedenen Möglichkeiten bewährt.

Workshops

Sie können Crashkurse in Data Science und Python besuchen. Diese variieren von einer Woche wie an der Thalesians AI School in Oxford bis zu mehrmonatigen Kursen bei General Assembly.

Online-Lehrgänge

Sie können natürlich auch einen Online-Lehrgang bei Anbietern wie DataCamp absolvieren. Deren Lehrmaterial besteht aus Videovorlesungen und Übungen. Darüber hinaus finden sich zahllose kostenlose Tutorials im Internet. Einige der besten habe ich hier zusammengestellt.

Bücher

Bücher über Python zu lesen, hilft den Lernprozess zu strukturieren. Einige richten sich an vollständige Anfänger: „Introducing Python: Modern Computing in Simple Packages“ von Bill Lubanovics. Darüber hinaus gibt es Bücher, die aufzeigen, wie sich Python bei statistischen Anwendungen einsetzen lässt: „Datenanalyse mit Python“ von Wes McKinney. Und mein eigenes Buch, das ich zusammen mit Jan Novonty verfasst habe.

Learning on the Job

Einen sehr guten Weg, um Python zu lernen, besteht darin, damit ein echtes Problem zu lösen. Dies kann auch sehr motivierend wirken. Das kann beispielsweise ein kleines Python-Skript sein, welches eine täglich eine Excel-Tabelle aktualisiert. Etwas, das Sie ansonsten manuell erledigen müssten.

Veranstaltungen

Präsentation und Demos bei sogenannten Meetups stellen eine gute Möglichkeit dar, um seine Python-Kenntnisse zu verbessern und neue Python-Bibliotheken kennenzulernen. Ich selbst habe Python bei den diversen Meetup-Gruppen gelernt, die ich besucht habe.

Freunde

Programmieren zu lernen kann schon eine einsame Angelegenheit sein. Sie sitzen vor dem Computer und wenn Sie „run“ klicken, passiert regelmäßig nichts! Freunde, die ebenfalls Python lernen, können beim Durchhalten helfen. Sie können Ihnen auch hilfreiche Lerntipps geben.

Interne Fortbildungen

Viele Banken bieten interne Fortbildung für Python an. Wenn Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber schlau machen, können Sie viel Geld für teure Kurse sparen.

Twitter

Nein, das ist kein Witz! Ich folge vielen Data Scientists auf Twitter. Obgleich Ihnen niemand Python in 280 Zeichen beibringen kann, stellt der Kurznachrichtendienst doch eine gute Möglichkeit dar, um seine Kenntnisse zu verbessern und den ein oder anderen Trick zu lernen. Wenn Sie meinen Twitter-Account besuchen, sehen Sie, wem ich folge.

Newsletter

Wer Python lernen möchte, dem empfehle ich wärmstens „Python Weekly“. Es stellt diverse Python Projekte- und Tutorien vor. Vielleicht bin ich allerdings auch ein wenig voreingenommen. Schließlich haben sie auch eines meiner Projekte vorgestellt.

Uni

Schließlich gibt es da auch noch die Uni. Dazu müssen Sie vielleicht Ihren Vollzeitjob aufgeben, aber das kann sich auszahlen. So bieten beispielsweise einige Hochschulen einen Master in Data Science an, wie z.B. Birkbeck in England. Dort lernen Sie nicht nur Python, sondern wie Sie damit echte Probleme aus der Welt der Daten lösen. Sie können natürlich auch Informatik studieren und dabei gleich mehrere Programmiersprachen lernen und die Theorien, die dahinterstecken.

Saeed Amen ist ein systematischer Devisenhändler, der seit 2013 sein eigenes Handelsbuch in den zehn größten Devisen hat. Amen hat schon Handelssysteme für verschiedene Großbanken wie Lehman Brothers und Nomura entwickelt.

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