Goldman Sachs will künftig auch in Zürich traden

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Goldman Sachs will künftig auch in Zürich traden

Goldman Sachs bläst zum Angriff auf die Schweiz (Foto: Getty Images)

Die Schweiz ist bekanntlich kein EU-Mitglied und damit nicht die erste Wahl bei der Verlagerung von Tradingaktivitäten von London nach Kontinentaleuropa. Doch offenbar soll künftig auch der Handel von eidgenössischen Kunden von Goldman Sachs nicht mehr über London, sondern über Zürich erfolgen. Denn jetzt hat die US-Investmentbank eine Effektenhandelslizenz für die Schweiz erworben. Dies gab Goldman Sachs Schweiz-Chef Stefan Bollinger gestern bekannt, wie finews berichtete. „Dies hängt nicht mit dem Brexit zusammen", betonte eine Goldman Sachs-Sprecherin. „Aktuell gibt es dafür auch keine Einstellungspläne."

Seit Januar 2018 leitet Patrick Zumstein als Managing Director in Zürich das Wertpapiergeschäft. Mit der neuen Lizenz hätte Zumstein jetzt die Freiheit, von der Schweiz aus selbst Preise zu stellen. Dies war bislang nur von London aus möglich. Darüber hinaus könne Goldman Sachs fortan größere Handelspositionen in die eigenen Bücher nehmen, hieß es bei finews weiter.

Damit stehen die Goldmänner nicht allein dar. Laut dem Register der Schweizer Finanzaufsicht Finma besitzen bereits einige Schweizer Tochtergesellschaften namhafter Auslandsbanken eine Schweizer Effektenhandelslizenz. Dazu zählen etwa die JP Morgan (Suisse) AG in Genf, die Citibank (Switzerland) AG in Zürich, die Nomura Bank (Schweiz) AG. Andere Auslandsbanken unterhalten in der Schweiz lediglich Niederlassungen wie etwa die Bank of America, Jefferies oder auch die Commerzbank.

Allzu große Aktivitäten sollte man davon indes nicht erwarten. Denn alle genannten Banken fallen in die niedrigsten Risikoklassen 4 und 5 der Finma. Zum Vergleich: UBS und Credit Suisse gehörte der Kategorie 1 an. Von einem Goldman Sachs Mitarbeiter hieß es hierzu: „In Zürich gibt es alles, was es in Frankfurt gibt – nur kleiner.“ Laut der Goldman Sachs-Sprecherin sind derzeit rund 100 Mitarbeiter in der Schweiz beschäftigt.

Erst vor wenigen Wochen hat die Frankfurter Tochter Goldman Sachs Europe SE eine Wertpapierhandelslizenz in Deutschland erhalten. Dort bezieht die Bank im dritten Quartal neue Büros, die im Zuge des Brexits eine Verdreifachung der Mitarbeiterzahl erlauben.

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